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Traumtore, Matchwinner und ein funktionierender Videobeweis

Berlin – Häufig gescholten, am 7. Spieltag gelobt: Der Videobeweis kam am Samstag in der Fußball-Bundesliga mehrfach zum Einsatz und verhinderte einige Fehlentscheidungen.

Nach den Partien blieben die Beschwerden gegen die Hilfe für den Schiedsrichter weitestgehend aus. Zwei Spieler avancierten für ihre Clubs zum Matchwinner. Einer von ihnen traf besonders sehenswert. Es war nicht das einzige Tor mit Seltenheitswert. Die Schlaglichter der Samstagsspiele:

VIDEOBEWEIS: In allen vier Nachmittagsspielen kam der Videobeweis zum Einsatz. Mit Erfolg: Er half den Schiedsrichtern in kniffligen Situationen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. «Ich bin froh, dass es den Video-Assistenten gibt», sagte Vincenzo Grifo von Borussia Mönchengladbach. Nachdem Grifo gefoult worden war, hatte sich Schiedsrichter Christian Dingert mit einem Blick auf die TV-Bilder an der Seitenlinie rückversichert und auf Strafstoß für die Borussia entschieden. Hannover-96-Trainer André Breitenreiter übte ebenfalls keine Kritik: «Das Schiedsrichtergespann hat alles richtig gemacht und alle Möglichkeiten ausgeschöpft.»

MATCHWINNER I: Das war Sebastien Haller. Der französische Stürmer in Diensten von Eintracht Frankfurt traf in der dritten Minute der Nachspielzeit spektakulär per Seitfallzieher zum 2:1 für die in Unterzahl spielenden Hessen gegen den VfB Stuttgart. «Die Rote Karte hat uns nochmal den nötigen Schub gegeben», sagt Eintracht-Trainer Niko Kovac zum Platzverweis für Simon Falette.

MATCHWINNER II: Thorgan Hazard bewies Nervenstärke. Der Gladbacher Offensivmann schnappte sich in der vierten Minute der Nachspielzeit den Ball, verlud Hannovers Torwart Philipp Tschauner und traf zum entscheidenden 2:1 für die Borussia. Es war der zweite Saisontreffer für den Belgier – beide erzielte er per Strafstoß.

SIEGLOS-SERIE: Auch im siebten Saisonspiel wartet Werder Bremen weiter auf den ersten Sieg. Beim Hamburger SV (0:0) gab es für das Team von Coach Alexander Nouri schon das vierte Unentschieden der Saison. Für den Trainer des Tabellen-16. könnte es langsam eng werden. Werder-Aufsichtsratschef Marco Bode hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass «man die Ergebnisse nicht dauerhaft außer Acht lassen» könne.

SERIE GERISSEN: Breitenreiter musste in seinen ersten 16 Pflichtspielen mit Hannover keine einzige Niederlage hinnehmen. In der 17. Partie war es soweit. Dass das Tor zur Niederlage erst kurz vor Schluss fiel, war besonders bitter. «Der Zeitpunkt ist mehr als ärgerlich», sagte 96-Sportchef Horst Heldt zum Hazard-Elfmeter.

TRAUMTOR: Nicht nur Frankfurts Haller gelang ein sehr sehenswertes Tor, auch Shinji Kagawa zeigte in Augsburg sein ganzes Können. Der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund chippte den Ball gefühlvoll über FCA-Keeper Marwin Hitz in den Winkel. «Ich glaube, das ist Qualität», sagte Dortmunds Trainer Peter Bosz. «Er hat das so gemacht, wie er es machen wollte.» Kagawa ist mit nun 38 Treffern der erfolgreichste japanische Torschütze in der höchsten deutschen Spielklasse. Er verdrängte den früheren Mainzer und Stuttgarter Shinji Okazaki auf Platz zwei.

Fotocredits: Stefan Puchner
(dpa)

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