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Söder: Bundesliga-Kompromiss «mehr als vertretbar»

Berlin – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält den Kompromiss für eine Fortsetzung der Bundesliga-Saison für «mehr als vertretbar» und hat die Beteiligten zur Vernunft aufgerufen.

«Ich kann nur appellieren: Es sollten auch Spieler, die sich unvernünftig verhalten, mit Konsequenzen rechnen müssen. Es war von dem einen Spieler von Hertha BSC schon ein schweres Eigentor», sagte Söder nach dem Politikgipfel der 16 Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Es hätten sich «alle an die Hygienemaßnahmen zu halten», stellte Söder klar.

Herthas Profis Salomon Kalou hatte am Montag ein Kabinenvideo veröffentlicht, bei dem mehrere Hygieneregeln aus dem Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) missachtet wurden. Die Bundesliga darf nach einer Entscheidung von Bund und Ländern den derzeit unterbrochenen Spielbetrieb in der zweiten Mai-Hälfte wieder aufnehmen.

Der Beschluss sei «einstimmig und einvernehmlich» erfolgt, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Er verwies auf die «große Fangemeinde» der Bundesliga, die auf den Neustart der Saison warte. Es sei Kanzlerin und Länderchefs aber bei der Entscheidung wichtig gewesen, neben dem Profibetrieb auch den Amateursport nicht zu vergessen, versicherte Tschentscher. Im Breiten- und Freizeitsport wurde der Trainingsbetrieb unter freiem Himmel wieder erlaubt.

Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, dankte indes der Politik für die Erlaubnis zur Saisonfortsetzung. «Mein Dank gilt an diesem Tag den politischen Entscheidungsträgern aus Bund und Ländern für ihr Vertrauen», wird der 50-Jährige in einem DFL-Statement zitiert. «Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für die Bundesliga und die 2. Bundesliga. Sie ist verbunden mit einer großen Verantwortung für die Clubs und ihre Angestellten, die medizinischen und organisatorischen Vorgaben diszipliniert umzusetzen», sagte Seifert.

Spiele ohne Stadion-Zuschauer, wie sie für eine Saisonfortsetzung nötig sind, seien für niemanden eine ideale Lösung. «Es ist in einer für einige Clubs existenzbedrohenden Krise allerdings die einzige Möglichkeit, den Fortbestand der Ligen in ihrer jetzigen Form zu bewahren.»

Fotocredits: Sven Hoppe
(dpa)

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