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Porto an Weiberfestnacht: Bayer hofft auf volles Haus

Leverkusen (dpa) – Der erste kulturelle Höhepunkt des Tages findet schon rund neun Stunden vor dem Anpfiff statt. «Um Punkt 11 Uhr 11 verteidigt Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath den Rathausschlüssel gegen den Ansturm der jecken Weiber», kündigte die Stadt freudig an. 

Mit Weiberfastnacht beginnt am Donnerstag die heiße Phase des Karnevals. Und in Leverkusen steht wie im restlichen Rheinland ab Mittag das normale Leben fast still. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, sogar Heiraten und Autos Zulassen ist nur am Morgen möglich.

Ein Fußballspiel an Weiberfastnacht um 21 Uhr zu besuchen, fällt somit normalerweise den wenigsten Rheinländern ein. Vor allem, wenn es, wie im Fall von Bayer Leverkusens Spiel gegen den FC Porto (RTL/DAZN) das erste nach dem Abstieg aus der Champions League in die Europa League ist. Und die Anreise wegen Straßensperrungen und vollen Bahnen auch noch beschwerlicher sein könnte als sonst. «Herausfordernde Umstände» seien all das, sagte Kommunikationsdirektor Holger Tromp.

Um nicht vor halbleeren Rängen zu spielen, gab Bayer ein Karnevals-Paket aus, das für einen ermäßigten Preis Tickets für das Porto-Spiel sowie die Partie am Karnevals-Sonntag gegen Augsburg und einen Karnevals-Schal enthält. Das funktionierte offenbar. Bayer rechnet nun mit rund 27.000 Zuschauern und einem, so Tromp, «dem Anlass entsprechenden Rahmen». Sportdirektor Simon Rolfes erklärte: «Egal, ob verkleidet oder im Bayer-04-Dress: Ich hoffe, dass möglichst viele Fans zu dem Spiel kommen, für eine super Atmosphäre sorgen und wir mit einem Sieg in die K.o.-Phase starten.»

Sportlich ist das Duell mit Porto, das in der Vorsaison in der Champions League erst im Viertelfinale am späteren Sieger FC Liverpool scheiterte, allemal reizvoll. «Champions-League-Niveau» sieht Rolfes bei dem Duell. «Ein absoluter Top-Gegner» sei das, versicherte auch Sportchef Rudi Völler bei Nitro und kündigte allen noch unentschlossenen Karnevals-Jecken ein ähnlich attraktives Spiel wie beim 4:3 vor anderthalb Wochen gegen Borussia Dortmund an. «Es wird so werden wie gegen Dortmund», sagte der Weltmeister von 1990: «Porto ist eine Mannschaft, die nach vorne spielen wird. Sie werden nicht hinten drinstehen, es wird einen Schlagabtausch geben.»

Damit alle, die sich gegen den Karneval entscheiden, es nicht bereuen. Und alle, die nach dem Feiern noch ins Stadion gehen, gleich doppelt unterhalten werden.

Fotocredits: Andreas Gora

(dpa)