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Peters warnt vor einem «Berg von Problemen»

Gelsenkirchen – Der DFL-Aufsichtsratsvorsitzende Peter Peters hat vor den unabsehbaren juristischen Folgen im Fall eines freiwilligen vorzeitigen Saisonabbruches in den beiden höchsten deutschen Fußball-Ligen gewarnt.

«Es ist ein großer Unterschied, ob man freiwillig eine Saison abbricht oder dazu gezwungen wird», betonte Peters im Interview der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Durch die Entscheidung der Politik bekommen «wir nun die Chance, die Spielzeit zu Ende zu bringen und müssen das alle mit größter Professionalität tun», betonte Peters vor der Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs am Donnerstag.

Bei einem freiwilligen Saisonabbruch in der Corona-Krise stünde die Liga vor «vielen juristischen Fragen, deren Klärung wahrscheinlich sehr lange dauern würde. Auch deshalb ist es vernünftig und so wesentlich, dass wir die Saison zu Ende spielen.» Andernfalls sei wegen zahlreicher gültiger Verträge mit Schadensersatzforderungen zu rechnen, warnte der 57 Jahre alte Finanzvorstand des FC Schalke 04. «Wir stünden vor einem Berg von Problemen mit einem erheblichen Schaden. Alle Entscheidungen müssten dann am grünen Tisch fallen.»

Man müsse auch schon an die Saison 2020/2021 denken, die laut Rahmenterminkalender im August starten soll. «Es kann ja sein, dass wir unter den derzeitigen Bedingungen noch länger spielen müssen. Niemand weiß das», sagte Peters. «Im August soll es schon weitergehen. Kann dann auch nicht gespielt werden, oder im September? Was passiert dann? Deswegen wäre ein Abbruch die völlig falsche Entscheidung. Und deshalb haben wir dafür geworben, dass wir – wie jeder andere Werktätige auch – unsere Arbeit wieder aufnehmen können», sagte der Stellvertreter von Christian Seifert im DFL-Präsidium.

Peters sieht bei der Fortsetzung der Saison in den beiden Top-Ligen nach der neunwöchigen Corona-Pause keine Probleme durch Spiele, die eventuell nachgeholt werden müssen. «Dass Spiele ausfallen und dann nachgeholt werden, ist nichts Neues oder Ungewöhnliches. Früher hatten wir die Thematik häufig im Winter, da hat auch keiner lamentiert», sagte er. «Es gab auch schon Grippewellen, so dass eine Mannschaft nicht antreten konnte und Spiele verlegt werden mussten.»

Weil beim abstiegsbedrohten Zweitligisten Dynamo Dresden mehrere Spieler positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden, musste das gesamte Team auf Geheiß des zuständigen Gesundheitsamtes in zweiwöchige Quarantäne. Deshalb stand schon vor der Wiederaufnahme des Zeitliga-Spielbetriebs am kommenden Wochenende fest, dass die Partien der Sachsen bei Hannover 96 und eine Woche später gegen die SpVgg Greuther Fürth auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden müssen.

Selbst wenn Dresden kein Einzelfall bliebe, sei die ordnungsgemäße Durchführung der Saison ohne Zuschauer nicht gefährdet, zumal man Spiele auch unter der Woche einkalkuliert habe. Auch die Diskussion um das geplante Bundesliga-Saisonende vor dem 30. Juni hält Peters zurzeit für nicht zielführend. «Das sind alles Dinge, die geregelt werden können. Das ist alles leistbar in der Solidargemeinschaft der 36 Vereine, wenn sie alles mit höchster Professionalität umsetzen. Und dafür haben wir die Rahmenbedingungen geschaffen.»

Ohnehin geht die DFL davon aus, dass die positiven Tests die «absolute Ausnahmen waren», sagte der 57-Jährige, der auch die unterschiedliche Bewertung der Fälle in Köln und in Dresden durch die Gesundheitsämter nicht als problematisch erachtet: «Die Maßnahmen greifen. Dass diese Fälle aufgefallen sind, ist ja das Ergebnis der vielen Tests. Die Gesundheitsämter sind als entscheidende Instanz immer mit eingebunden. Kein Fall ist wie der andere. Deshalb kann es unterschiedliche Bewertungen geben, die wir zu akzeptieren haben.»

Fotocredits: Andreas Gora
(dpa)

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