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Italien klagt über zu viele Ausländer – Jugendarbeit bietet Lösung

Gibt es in Europas Topligen zu viele Ausländer? Scheinbar ja, denn in Italien macht man sich sorgen angesichts der 233 Ausländer in der Serie A. Eine Ausländerlimitierung soll her, doch diese wäre nicht das Allheilmittel. Die Lösung kann nur in einer verbesserten Jugendarbeit liegen.

Die Zahl der Legionäre hat in Italien in den letzten Jahren stetig zugenommen. Waren es 1995 noch 67 Ausländer, ist diese Zahl in der laufenden Saison auf 233 angestiegen. Die meisten kommen dabei mit Abstand aus Argentinien (42) und Brasilien (39). Damit liegt Italien aber noch hinter England (419 Ausländer) und Deutschland (233 Ausländer) „nur“ auf dem dritten Platz in Europa.

Limitierung für Mannschaften
Für Sergio Campana ein Dorn im Auge. „Nach Italien kommen zu viele ausländische Fußballer, die den oft besseren Italienern den Platz wegnehmen“, erklärte der Präsident der Fußballgewerkschaft AIC. Er verlangt daher eine Limitierung der Ausländerzahl pro Mannschaft.

Schwer umsetzbar
Doch das dürfte rechtlich schwer umsetzbar sein. Da unter anderem dadurch das Recht der freien Berufswahl der ausländischen Profis beeinträchtigt wird. Eine Verbesserung dier Situation verspricht die Einführung der 6+5-Regel, die 2013 eingeführt werden soll.

Natürlich kann man die Beweggründe der Fürsprecher solcher Regeländerungen verstehen, die sich um den eigenen Nachwuchs und die Qualität der Nationalmannschaft sorgen. Aber eine Ausländerlimitierung wäre sicherlich nicht unbedingt der richtige Weg.

Jugendarbeit investieren
Die Lösung kann eigentlich nur in einer verbesserten Jugendarbeit mit entsprechender Scoutingabteilung liegen. In Deutschland machen vor allem in dieser Saison immer mehr inländische Nachwuchskräfte auf sich aufmerksam. Und die Zukunft sieht rosig aus, hat doch schließlich die deutsche U17-, U19- und U21-Nationalmannschaft den EM-Titel gewonnen.

Und wenn dann noch Trainer wie Louis van Gaal beim FC Bayern oder Felix Magath auf Schalke verstärkt auf die eigene Jugendarbeit zurückgreifen, dann wird sich dieses „Problem“ früher oder später relativieren.

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