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Fußball: Glücksspiel- und Wettanbieter als Sponsoren

Fußball: Glücksspiel- und Wettanbieter als Sponsoren

Sie zieren unübersehbar die Fußballtrikots und bescheren den Klubs Einnahmen in Millionenhöhe – Trikotwerbung ist eine sehr wichtige Einnahmequelle, die mitunter leistungsbezogen erfolgt, und fester Bestandteil der Bundesliga ist. Top-Teams wie FC Bayer München werden seit Jahren vom gleichen Unternehmen gesponsert und kassieren dafür jährlich weit mehr als 30 Millionen Euro. Andere Vereine wechseln teilweise jährlich ihren Finanzier und nehmen durch die Trikotwerbung „nur“ knapp drei Millionen Euro pro Saison ein. Eins ist aber klar: Die Manager der Vereine können und wollen auf diese Einnahmenquelle nicht verzichten – weder in Deutschland noch anderswo.

Was in den vergangenen Jahren in Deutschland, im Nachbarland Österreich und der restlichen Fußball-Welt auffällt: Nicht nur Automobil- und Industriekonzerne sowie Fluggesellschaften sorgen für marketinggetrieben Finanzspritzen, immer häufiger sind Online-Sportwettanbieter, auch Buchmacher genannt, sowie Online-Glücksspiel-Plattformen auf den Trikots zu sehen. So sponserte Tipico in den vergangenen Saisons gleich mehrere Klubs wie Werder Bremen, Freiburg und Hoffenheim, Buchmacher Bet-at-Home förderte erst Schalke und nun Hertha BSC. Die österreichische Fußball-Bundesliga heißt seit der Saison 2014/15 sogar offiziell „tipico-Bundesliga“.

Ist diese Entwicklung nun positiv oder negativ? Hier eine Analyse der Pro- und Contra-Argumente.

Argumente, die für Wettanbieter als Sponsoren sprechen

Machen wir uns nichts vor, irgendwo müssen die Millionen für Spielertransfers ja herkommen. Nicht jeder Erstligist kann mit seinem Geld um sich werfen wie Rekordmeister Bayern, nicht jeder Traditionsverein hat einen finanzstarken Sponsor wie zum Beispiel Wolfsburg im Rücken. Spielt der Verein nur Mittelmäßig, müssen Gelder aufgetrieben werden. Wettanbieter reißen sich förmlich um die Chance auf mehr Sichtbarkeit, warum das nicht ausnutzen? Sportwetten erwirtschaften jährlich Milliarden Euro. Die Nachfrage ist da, viele Fußballfans wetten gern auf ihr Team, gegen den Erzrivalen oder möchten andere Möglichkeiten im Internet nutzen, um Geld zu verdienen. Zudem hat sich die Trikotwerbung mit Wettanbietern in anderen europäischen Ländern längst etabliert. Letztlich ist es eine Frage der Moral, schließlich muss jeder aber selbst entscheiden, ob er die Online-Wettplattformen nutzt oder nicht.

Argumente, die gegen Wettanbieter als Sponsoren sprechen

Doch ganz so einfach ist es nicht mit der Moral. Kritiker argumentieren, dass die Bundesliga eine gewisse Verantwortung hat. Glücksspiel kann bekanntlich süchtig machen. Vereine würden das Problem der Spielsucht durch die Dauerpräsenz begünstigen, heißt es. Außerdem ist es ja nicht so, dass die Vereine auf die Wettanbieter Sponsoren zwingend angewiesen wären. Es gibt mit Sicherheit viele weitere potenzielle Sponsorenpartner, die weniger Kritik auslösen. Und wenn sie eine Million weniger zahlen, muss eben zusätzlich noch ein kleineres Logo auf den Ärmel gedruckt werden.

Bildquelle: Thinkstock, 460429659, iStock, XiXinXing

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