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Bremer Innensenator droht der DFL

Bremen – Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer hat der Fußball-Bundesliga erneut mit dem Verbot von Werder-Heimspielen gedroht, falls sich Fans bei den sogenannten Geisterspielen vor dem Stadion versammeln sollten.

Außerdem deutete der SPD-Politiker an, ähnlich wie im Fall des Zweitliga-Clubs Dynamo Dresden die komplette Mannschaft in eine 14-tägige Quarantäne schicken zu wollen, sollte in Bremen auch nur ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet werden. Beides würde den Abschluss der Bundesliga-Saison, so wie die Deutsche Fußball Liga ihn sich vorstellt, erheblich beeinträchtigen.

«Wenn die Geisterspiele wegen der Fans zum Infektionsrisiko werden, könnte ein Verbot unvermeidbar werden. Das Risiko, den Spielbetrieb der Bundesliga erneut unterbrechen zu müssen, ist also hoch», sagte Mäurer in einem «Spiegel»-Interview. «Für uns in Bremen ist der kommende Montag entscheidend. Ich habe immer klar gesagt: Ich werde nicht mit Hunderten von Einsatzkräften eine Versammlung auflösen lassen und unsere Polizistinnen und Polizisten einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen. Wenn viele Fans kommen und dann die Abstandsregeln nicht einhalten, hätte das Konsequenzen für das nächste Spiel.» Am Montagabend trifft Werder Bremen im ersten Spiel nach der zweimonatigen Saison-Unterbrechung auf Bayer Leverkusen.

Über den Fall einer möglichen Infektion eines Werder-Spielers mit dem Coronavirus sagte der 68-Jährige: «Jeder, der intensiven Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte, geht für 14 Tage in Quarantäne. Das gilt für alle Bürger, auch wenn sie Bundesliga-Spieler sind.» Die DFL riskiere mit dem Neustart der Bundesliga «auch die Gesundheit der Spieler».

Mäurer hat sich in den vergangenen Monaten schon bei anderen Themen wie dem Streit um die zusätzlichen Polizeikosten bei Risikospielen als Gegenspieler der Deutschen Fußball Liga positioniert. «Vor dem Hintergrund, dass wir Tausende mittelständische Unternehmen haben, deren Betriebe immer noch stillstehen, dass Schüler nur wenige Stunden in der Woche zur Schule gehen dürfen, dass Menschen um ihre Arbeit fürchten oder sie schon verloren haben und kleine Kinder seit Wochen zu Hause sind, ist der Start der Bundesliga ein unsägliches Signal und eine politisch falsche Entscheidung», sagte er.

Fotocredits: Sina Schuldt
(dpa)

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