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Wir gegen uns – Wer ist besser im brisanten RB-Duell?

Leipzig – Wir gegen uns! Zumindest muss man sich bei Red Bull Salzburg vor dem ersten Duell in der Europa League am Donnerstag bei RB Leipzig so vorkommen. Beide Clubs wurden von Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz gegründet, beide bekommen Millionen Euro aus dem Getränkekonzern.

Keine Frage, dass die Bezeichnung Schwesternclubs immer wieder gern verwendet wird, auch wenn man das bei beiden Vereinen nicht mehr gern hört. Oder hören darf. Denn um überhaupt international spielen zu dürfen, musste das einst so enge Konstrukt entflochten werden.

Beim ersten Duell wird es aber zur Sache gehen. «Es wird sich das Team durchsetzen, was cleverer und effizienter agiert. Es wird auch ein Stück weit ein Mentalitäts-Spiel werden», sagte Rangnick. Der Österreicher Marcel Sabitzer freut sich auf das Duell mit dem Meister: «Es ist natürlich etwas Besonderes, wenn du gegen eine Mannschaft aus deinem Heimatland spielst. In den 90 Minuten zählen aber nur die drei Punkte für uns!»

Für Cheftrainer Ralf Rangnick ist die Aufgabe daheim nach dem Abschlusstraining am Mittwoch nicht einfacher geworden. Denn er muss verletzungsbedingt auf ein hochkarätiges Trio verzichten. «Das sind Timo Werner, Marcelo Saracchi und Lukas Klostermann», sagte Rangnick bei der Pressekonferenz in Leipzig. «Timo und Marcelo haben muskuläre Probleme, Lukas hat mit einer Reizung in seinem Knie zu kämpfen. Wir werden aber die stärkstmögliche Mannschaft auf den Platz bringen.»

Rangnick, jetzt Trainer und Sportdirektor in Personalunion beim sächsischen RB-Ableger, war einst auch als Sportdirektor für die Österreicher mit zuständig. Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff war bis vor einem guten Jahr Head of Global Soccer und als dieser für alle Konzernclubs, also auch die in New York und Brasilien, verantwortlich.

Erst als RasenBallsport die Bundesliga stürmte und sich für die Champions League zu qualifizieren drohte, musste man bei Red Bull handeln. Denn die Regeln des europäischen Dachverbandes UEFA erlauben nicht, dass eine juristische oder natürliche Person Kontrolle oder Einfluss auf mehr als einen Verein haben darf. Mintzlaff gab sein Konzern-Amt auf, die Salzburger lösten sich aus der Konzern-Gesellschaft und haben nur noch Red Bull als Hauptsponsor. «Alle Kriterien wurden erfüllt», sagte UEFA-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti.

Nun also das erste direkte Aufeinandertreffen. Gleich sechs aktuelle RB-Leipzig-Kicker trugen bereits das Salzburg-Trikot: Peter Gulacsi, Konrad Laimer, Dayot Upamecano, Stefan Ilsanker, Marcel Sabitzer und Kevin Kampl. Insgesamt folgten seit 2012 gleich 17 Kicker dem Lockruf von Rangnick nach Leipzig. Andersherum lief die Zusammenarbeit eher schleppend. Im Kader der Salzburger stehen mit Torhüter Philipp Köhn und Verteidiger Kilian Ludewig lediglich zwei ehemalige Leipziger. Und natürlich Trainer Marco Rose, aber der spielte einst für den 1. FC Lok Leipzig.

Es steckt also viel Brisanz in dem Duell, auch wenn niemand von einer möglichen Wettbewerbsverzerrung oder gar Stallorder etwas wissen will. Mintzlaff sprach von völligem Unsinn und begründete dies: «Allein der Gedanke an Absprachen zwischen zwei Vereinen ist nicht mit unseren Werten vereinbar.» Salzburgs Trainer Marco Rose meinte: «Wir haben eine Gruppe zu spielen, in der wir uns durchsetzen wollen. Und ein Gegner davon ist Leipzig. Dass das ein spezieller Gegner für uns ist, ist aber auch klar.» Er erwartet aggressive Sachsen, will aber sein Spiel durchsetzen: « Wir werden wir sein, und ich glaube, dass das gut ist», sagte Rose.

Weil eben jeder dem anderen zeigen will, wer der Bessere ist. Und das in einer Partie, in der zwei fast identische Spielsysteme aufeinandertreffen. «Die Spielweise ähnelt sich schon sehr. Es wird aber darauf ankommen, wer diese Philosophie morgen auf dem Platz bringt. Ich erwarte eine intensive und spannende Partie, in der es in den engen Räumen hoch hergehen wird», betonte Rangnick.

Voraussichtliche Aufstellungen:

RB Leipzig: Mvogo – Mukiele, Upamecano, Orban, Laime – Kampl, Demme – Bruma, Forsberg – Cunha, Augustin

RB Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Pongračić, Ulmer – Samassekou – Haidara, Schlager – Minamino – Yabo, Dabbur

Schiedsrichter: Andreas Ekberg (Schweden)

Fotocredits: Jan Woitas
(dpa)

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