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Warum Jörg Schmadtke bei Hannover 96 gehen musste

Fußball im Tor Seit der Sommerpause 2013 gehen Hannover 96 und Sportdirektor Jörg Schmadtke getrennte Wege. Angesichts der sportlichen Entwicklung überrascht diese Entscheidung, da Schmadtke auf eine positive Bilanz seiner Arbeit zurückblicken kann. Doch das Verhältnis zu Trainer Mirko Slomka galt als getrübt.

Schmadtke verlässt Verein auf eigenen Wunsch

Zum 30. Juni 2013 lösen Hannover 96 und Sportdirektor Jörg Schmadtke den gemeinsamen Arbeitsvertrag auf. Dies geschieht nicht auf Druck der Vereinsführung, sondern auf ausdrücklichen Wunsch Schmadtkes. In einem öffentlichen Statement führte er familiäre Gründe an. Das dürfte aber nicht die gesamte Wahrheit widerspiegeln. Schon lange war bekannt, dass er sich mit Trainer Mirko Slomka nicht versteht. Persönlich redeten sie kaum noch miteinander, wichtige Fragen klärten sie allein per E-Mails. Laut Klubpräsident Martin Kind hatte das Verhältnis der beiden Protagonisten schon längere Zeit gelitten, einen weiteren Tiefpunkt erreichte es durch den von Schmadtke eingeleiteten Transfer des Brasilianers Franca. Dieser Wechsel stellte sich schnell als fataler Fehleinkauf heraus. So maß der Spieler 1,82 m statt den angegebenen 1,90 m, zudem musste er lange aufgrund einer Infektionskrankheit behandelt werden.

Erfolgreiche Bilanz Jörg Schmadtkes

Präsident Martin Kind hatte bis zuletzt versucht, Schmadtke zur Weiterarbeit zu überreden und die Kooperation zwischen ihm und Slomka zu verbessern. Kind hatte allen Grund, sich für ein fortdauerndes Engagement einzusetzen: Die Ergebnisse lassen sich sehen, sodass auch prominente Fans von Hannover 96, darunter Nikolas Kiefer und Carsten Maschmeyer, mehr als zufrieden waren. Zwei Mal hintereinander konnte der Verein an der Europa League teilnehmen, die Plätze vier und sieben standen in den Saisons 2010/2011 und 2011/2012 zu buche. 2012/2013 rangierte Hannover 96 zumindest im oberen Mittelfeld. Mit Dirk Dufner, der den SC Freiburg zu unerwarteten Erfolge führte, steht aber bereits ein Nachfolger fest. Unklar dagegen ist die Zukunft Schmadtkes, der bei der Vertragsauflösung auf eine Abfindung verzichtete. An eine schnelle Rückkehr in die Bundesliga glaubt er den eigenen Worten nach nicht, ihm würden keine Angebote für die neue Saison vorliegen.

Konflikte mit Trainer ausschlaggebend

An der sportlichen Bilanz liegt es nicht, dass Schmadtke seinen Job als Sportdirektor bei Hannover 96 aufgegeben hat: Der Verein verzeichnete in den letzten Jahren einen positiven Verlauf. Die Zusammenarbeit mit Trainer Mirko Slomka hakte dagegen, ein Vertrauensverhältnis schien nicht mehr vorhanden zu sein. Schmadtke befand diese Situation wohl als unbefriedigend.

Bild: Doc RaBe – Fotolia.com