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Überragender Kruse: Poker um Vertrag – keine Chance bei Löw

Bremen – Im Vertragspoker mit Werder hat Max Kruse von Woche zu Woche ein besseres Blatt, nur beim Bundestrainer scheint der derzeit überragende Bremer Torjäger keine gute Karten mehr zu besitzen.

Zwei Tore (36. Minute/63.) schoss Kruse beim 3:1 (2:0) gegen den FSV Mainz 05 und bereitete das frühe 1:0 durch Milot Rashica (3.) mit einem Traumpass vor. Mit dem dritten Sieg in Serie schob sich Werder auf einen Europa-League-Platz. Das steigert die Chancen auf Kruses Verbleib, denn der Kapitän ist am Saisonende ablösefrei und kann auf Top-Angebote warten. «Bei mir gibt es noch keine Tendenz», sagte der Freizeit-Pokerspieler.

An zehn Treffern war Kruse in den vergangenen fünf Partien beteiligt. Nur Barcelonas Superstar Lionel Messi (11) war in diesem Zeitraum aus den Top-Ligen in Europa erfolgreicher. «Überragend», erkannte selbst Mainz-Sportchef Rouven Schröder an. «Kruse ist ein individueller Ausnahmespieler. Ein Faustpfand für Werder.»

Zehn Saisontreffer in der Liga und die guten Auftritte in den vergangenen Monaten haben Bundestrainer Joachim Löw allerdings bisher offenbar nicht überzeugt. Eine Rückkehr des im Frühjahr 2016 aufgrund von privaten Vorfällen aussortierten Spielers in die Nationalelf ist aktuell kein Thema. Werder-Coach Florian Kohfeldt möchte Löw eigentlich nicht reinreden, merkte allerdings am Samstag vielsagend an: «Die Leistung spricht für sich.»

An der Weser haben sie keinen Zweifel an ihrem Star. Liebend gerne würden Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann den auslaufenden Vertrag verlängern. Optimistisch ist vor allem der Coach. «Ich glaube, er weiß, was er an uns hat», betonte Kohfeldt. «Ich bin optimistisch und habe einen sehr offenen Austausch mit ihm. Ich bin immer ein großer Freund davon, auch ehrlich zu sein. Und wenn Max gewisse Möglichkeiten hat bei anderen großen Vereinen, dann müssen wir darüber reden. Aber auch dann sehe ich uns nicht chancenlos.»

Es müsste schon ein Top-Club in Europa sein, der nach Kohfeldts Meinung mit Werder konkurrieren kann. «Wenn der FC Barcelona anruft, dann gratuliere ich Max und wünsche ihm viel Glück in Spanien.» Kurze Zeit später merkte der 36-Jährige schmunzelnd an: «Nicht, dass Barça jetzt echt anruft.» Dort sorgte Messi am Samstag im Alleingang für den 2:0-Erfolg im Stadtderby gegen Espanyol Barcelona.

Werders Trümpfe im Kruse-Poker: der Wohlfühlfaktor in Bremen und die sportliche Perspektive. Mit Platz sechs in der Bundesliga befinden sich die Hanseaten auf Europapokal-Kurs und haben dazu die Chance, am Mittwoch beim FC Schalke 04 ins Halbfinale des DFB-Pokals einzuziehen. «Jeder weiß, dass ich gerne europäisch spielen würde. Es wäre dann ein weiterer Pluspunkt für Werder, wenn wir das schaffen würden», sagte Kruse.

Sein Kumpel Martin Harnik ist dagegen nicht so optimistisch. «Es ist brutal schwer, ihn in dieser Form zu halten. Ich glaube, dass das eine oder andere gute Angebot auf den Tisch kommt», erklärte der Österreicher. Gemeinsam mit Kruse kickte er schon in der Jugend beim SC Vier- und Marschlande und weiß, wie sein Freund tickt. «Für Werder spricht, dass er ein unglaubliches Standing hat. Es gibt aber ebenfalls Argumente für andere Vereine», erklärte Harnik. «Max ist ein überragender Pokerspieler. Wenn es auf die Zielgerade geht, kommt er in absolute Topform.»

Fotocredits: Carmen Jaspersen
(dpa)

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