bet-at-home.com
fussballboom.de

TSG Hoffenheim steigt in die Bundesliga auf

Hopp oder Klopp? Als die Turn- und Sportgemeinschaft 1899 Hoffenheim im vergangenen Jahr in die 2. Liga aufgestiegen war, moserte der Mainzer Manager Christian Heidel: „Schade, dass so eine Mannschaft einen der 36 Plätze im Profifußball wegnimmt.“ Heute kam es noch schlimmer für den FSV Mainz 05: Ein 5:1 gegen den FC St. Pauli reichte nicht zum Aufstieg, da Hoffenheim Greuther Fürth mit 5:0 vom Platz fegte. Hoffenheim hat den von Jürgen Klopp trainierten Mainzern einen von 18 Plätzen in der Bundesliga weggenommen und steigt neben Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln auf. Heidel äußerte nun Anerkennung: „Hoffenheims Aufstieg ist absolut verdient. Wer 60 Punkte holt, gehört in die Bundesliga.“

Die TSG Hoffenheim erzeugt Neid und Hass oder Bewunderung. Dabei hat der Verein einfach Glück gehabt. Glück, dass vor vielen Jahren mal ein Jugendlicher namens Dietmar Hopp für die TSG kickte. Der Mitbegründer des Software-Herstellers SAP ist heute Milliardär, seinem Verein ist der frühere Mittelfeldspieler als Mäzen verbunden.

Kritiker monieren, die TSG Hoffenheim sei ein Dorfverein ohne Tradition und ohne Fans, hier werde Geld verpulvert beim Gewaltmarsch in die Bundesliga. Dorfverein ist zumindest richtig, Hoffenheim ist ein Dorf mit etwa 3300 Einwohnern, 26 km von Heidelberg entfernt. Seit 2006 ist Ralf Rangnick dort Trainer, zunächst setzte der Verein auf die Förderung des Nachwuchses vor allem aus der Region. Doch als das Team nach dem Aufstieg in die 2. Liga einen Fehlstart hinlegte, wurden rund 20 Millionen Euro investiert: für den Brasilianer Carlos Eduardo (20), den Nigerianer Obasi Edu (21) und den Senegalesen Demba Ba (22). Hass schlug dem Team nun vor allem auswärts entgegen: „Fußballhure 18,99 Euro“, „Scheiß-Millionäre“, „Scheiß SAP“. Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser sagte damals: „Wenn wir wirklich mit Gewalt in die Bundesliga wollten, hätten wir keine Zwanzigjährigen verpflichtet, sondern erfahrene Spieler.“

Rangnicks Team spielte den attraktivsten Fußball der 2. Liga, offensiv, laufstark mit flinkbeinigem Pressing. Der 49-Jährige, früher mal als Professor verspottet, hat sich ein Fußballlabor geschaffen und er arbeitet mit modernen Methoden wie individueller Leitungsdiagnostik und Bildanalysen. Der Trainer hat kompetente Köpfe um sich geschart wie Burkhard Peters, einst Hockey-Bundestrainer, nun verantwortlich für den Nachwuchs, und den DFB-Psychologen Hans-Dieter Hermann, der die Spieler schon mal trommeln lässt.

Aus dem Fünfjahresplan mit dem Ziel Bundesliga wurde ein nur zweijähriger Triumphmarsch. Nun heißen die Gegner Bayern München, Werder Bremen, Schalke 04 oder VfB Stuttgart. Rangnick zeigte sich überwältigt: „Ich kann es selber noch gar nicht realisieren“, sagte der Erfolgscoach. „Der Druck war brutal.“ Anderen schwant schon Großes, jüngst orakelte Horst Heldt, Manager des VfB Stuttgart: „Einen Ribéry können sich in Deutschland nur Bayern oder Hoffenheim leisten.“