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Topspiel als Therapie: Leipzig und Dortmund droht Krise

Leipzig – Einzelgespräche, deutliche Worte, scharfe Kritik – es klingt eher nach Krisenzeiten bei RB Leipzig und Borussia Dortmund vor dem Topspiel der Fußball-Bundesliga.

Wer die Partie am Samstag (18.30 Uhr) verliert, muss sich zum Auftakt der Englischen Wochen auf noch mehr Unruhe einstellen. «Wir alle würden uns wünschen, dass wir 90 Minuten lang Powerfußball zeigen, den Gegner an die Wand spielen und mit 3:0, 4:0 gewinnen», sagte BVB-Trainer Peter Stöger: «Das schaffen wir momentan nicht.»

Für den Tabellenzweiten aus Dortmund wäre ein klarer Sieg ebenso Knotenlöser wie für den Tabellensechsten aus Leipzig. Unter Stöger ist der BVB dank fünf Siegen und vier Unentschieden zwar ungeschlagen. Die wenig mitreißenden Auftitte zuletzt, darunter vor allem das triste 1:1 am Montag vor heimischer Kulisse gegen den FC Augsburg, lösten aber reichlich Unmut aus. «Da gibt es keine zwei Meinungen. Auch die Spieler haben gesehen, dass es nicht optimal war», meinte Stöger.

Mit den Spielern wurde viel gesprochen – wie auch in Leipzig. Beim deutschen Vizemeister herrschte ebenfalls Redebedarf. «Wir haben uns da sehr, sehr klar ausgetauscht», berichtete Trainer Ralph Hasenhüttl über ein Gespräch mit Nationalstürmer Timo Werner, das bereits vor der Peinlich-Pleite gegen Tabellenschlusslicht und Stögers Ex-Club 1. FC Köln (1:2) geführt worden war. Binnen einer Woche war es die dritte Pflichtspielniederlage. In der Liga rutschte RB ab, wenngleich der Rückstand auf die Dortmunder nur drei Punkte beträgt.

«In der Konstanz liegt derzeit die Krux. Wir müssen es wieder hinkriegen, auch enge Spiele auf unsere Seite zu ziehen», sagte Hasenhüttl. Der ein Jahr jüngere österreichische Stöger-Landsmann musste mit seiner Mannschaft schon 17 Punkte herschenken nach einer Führung in dieser Saison. Die Frage nach der Mentalität der Spieler wurde laut. Man müsse auch mal die Arbeitshandschuhe anziehen, forderte der für seinen unermüdlichen Einsatz bekannte Angreifer Yussuf Poulsen. «Nur Fußball geht auch nicht, man muss auch den Kampf annehmen», meinte Hasenhüttl vor dem BVB-Spiel.

Am besten schön spielen, klar gewinnen. Das wäre die Wunschvorstellung beider Trainer. Bei den Borussen herrscht in der Offensive leichte Entspannung. Jadon Sancho und Maximilian Philipp stehen vor der Rückkehr in den Kader. Bei RB sind Konrad Laimer und Naby Keita wieder einsatzbereitet. Hasenhüttl kann seine beste Elf auf den Rasen der Red Bull Arena schicken, in der die Leipziger am 10. September 2016 mit einem 1:0 gegen die Dortmunder ihren ersten Sieg nach dem rasanten Aufstieg in die Bundesliga schafften.

Richtungweisend war auch das Hinspiel in dieser Saison. Der BVB verlor 2:3, es war der Beginn einer Negativserie, die Peter Bosz den Posten kostete. Sein Nachfolger wurde Stöger.

Fotocredits: Soeren Stache
(dpa)

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