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Er hat in seiner Karriere polarisiert, wie kaum ein anderer Torhüter. Von den Karlsruher und Münchner Fans verehrt, schlug ihm in anderen Stadien regelrechter Hass entgegen. Unvergessen bleibt das „Golfball-Attentat“ von Freiburg, wo Kahn blutüberströmt behandelt werden muss. Nun neigt sich eine großartige Karriere dem Finale, denn am Ende der Saison wird Oliver Kahn seine Fußball-Schuhe an den Nagel hängen.
Rechtzeitig zum Saisonende präsentiert der Torwart-Titan sein neues Buch „ICH. Erfolg kommt von innen.“ Zwar wird ein Großteil der Fans wieder pöbeln, dass der Kahn noch einmal richtig Kohle scheffeln möchte, bevor er endgültig vergessen wird. Aber gerade dies ist der Punkt, ein Oliver Kahn wird nicht vergessen werden, er war die größte
Torhüter-Persönlichkeit der zurückliegenden 20 Jahre, auch wenn ihm der endgültig Triumpf bei der Weltmeisterschaft 2002 durch einen eigenen Fehler verehrt blieb – der Weltmeistertitel. Ansonsten hat Oliver Kahn alles gewonnen, was es im Fußball zu gewinnen gibt. Selbst als „Nicht-Bayern-Fan“ muss man die Leistungen eines Oliver Kahn anerkennen – auch wenn der Ehrgeiz manchmal seine Opfer forderte. Andreas Herzog, Heiko Herrlich und Sammy Koffour können ein Lied davon singen.
Nun also ein ganz persönlicher Rückblick, der einmal ganz tiefe Einblicke in das Seelenleben des Titans gibt. Geschichten, wo er erzählt, dass er in jungen Jahren beim KSC unter der Dusche „angepinkelt“ wurde und dies eigentlich nur beigetragen hat, um resistent gegen äußere Kritik zu sein, rütteln eher am selbstherrlichen Denkmal als dieses zu fundieren.
Ein Oliver Kahn hat nichts mehr zu verlieren – er wird eine große Lücke hinterlassen, die so schnell niemand schließen wird. Absolut lesenswert! [...mehr]
Eigentlich hätte Timo Hildebrand über beide Ohren strahlen müssen, denn erstmals in seiner Karriere ist der 29jährige Torhüter Pokalsieger geworden. Doch irgendwie konnten sich alle Beteiligten nur sehr wenig darüber freuen, denn der Ligaalltag sieht wesentlich trister aus.
Auf Platz 15 mit gerade einmal fünf Punkten Vorsprung vor den Abstiegsplätzen rangiert der hochambitionierte Klub aus Valencia. Die ständigen Querelen, der Trainerwechsel hin zu Ronald Koemann, die Torhüterdiskussion und die Suspendierung von drei Idolen des Klubs wie Hildebrands Konkurrent Canizares führten den Verein ins triste Mittelmaß der spanischen Liga. Gerade einmal zwei Siege gelangen in den letzten 21 Partien und so ist eigentlich verwunderlich, warum Koemann noch die Verantwortung besitzt.
2001 hatte man noch im Champions League Finale gestanden und im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern verloren und nun ist man froh, dass man im kommenden Jahr im UEFA-Cup starten darf. Sein Engagement beim spanischen Traditionsverein hatte sich Hildebrand sicherlich anders vorgestellt und zum Glück hat er den internen Machkampf ums Tor gewonnen, damit seine Chancen für die EM 2008 nicht auch noch zerstoben wären. So bleibt Hildebrand am Ende ein müdes Lächeln und der erste Pokalsieg seiner Karriere.
Großer Verlierer des Abends war erneut der FC Getafe, der nach dem Aus gegen Bayern im UEFA-Cup nun auch den Pokalsieg verschenkte. Am Ende stand es im Pokalfinale 3:1 für Valencia. [...mehr]
Vor drei Wochen wurde er von den Medien und den Fans als Elfmeter-Held gefeiert, doch seit gestern gehört Tim Wiese wieder zu den internationalen Lachnummern. Schon einmal hatte eine Showeinlage des extrovertierten Torwarts im Achtelfinale der Champions League für Bremer aus gesorgt.
Was war das nur für eine schöne Zeit, als selbst die größten Kritiker mussten die guten Leistungen des Tim Wiese anerkennen mussten, die mit zwei gehaltenen Elfmetern im UEFA-Cup ihre Höhepunkt fand. Die Rufe nach einer Nominierung von Wiese für das Tor der Nationalelf wurden immer lauter, doch seit gestern ist dies alles Makulatur. Die Fehler eines Torwarts bleiben wesentlich nachhaltiger im Gedächtnis der Menschen haften als seine Paraden, so fühlten sich viele Zuschauer sofort an jenes Spiel erinnert, wo Wiese einen harmlosen Ball fallen ließ und Turins Emerson ins leere Tor einschob. Damit war Bremen nach großartigem Kampf ausgeschieden.
Ebenso fatal dürfte sich die gestrige Leistung des Keepers auswirken. Die 0:2-Niederlage gegen einen eigentlich harmlosen Gegner kostet Werder Bremen vermutlich den Einzug in das Viertelfinale des UEFA-Cups. Der Schuss von Daniel Cousin wird Tim Wiese vermutlich noch lange Zeit begleiten. Aber damit steht er momentan in der Fußball-Bundesliga nicht allein da, denn der Nürnberger Torwart muss nach seinen Pannenserie, die im UEFA-Cup gegen Benfica Lissabon ihren Anfang fand, seinem Vertreter Daniel Klewer weichen. [...mehr]
Alle Fußballwelt redet über unsere Torhüter, da können wir nicht schweigen. Eben hab ich Tim Wiese ein paar Elfer auf den Kasten geschossen, der Teufelskerl hat doch tatsächlich alle gehalten. Ob das mit rechten Dingen zugeht auf der Website Tim Wiese für Deutschland? Wiese macht sich nach drei real gehaltenen Strafstößen noch Hoffnungen auf die EM-Teilnahme. Findige Fans haben nun ein kleines Elferspiel implementiert, bisher hat Wiese online 157697 von 157697 Bällen gehalten, “das sind genau 157697 Gründe, Tim mitzunehmen.”
Nach zwei soliden Vorstellungen in der Premier League erlebte Jens Lehmann im FA-Cup ein Debakel. Der 38-Jährige schied mit Arsenal London durch ein 0:4 (0:3) bei Meister Manchester United im Achtelfinale aus. Für Lehmann hat die Klatsche im Hinblick auf die EM im Sommer möglicherweise größere Auswirkungen als das frustrierende Ergebnis: Sollte Konkurrent Manuel Almunia wieder fit werden, droht dem Deutschen bis Saisonende die Ersatzbank. Denn nur im FA-Cup hatte Lehmann bei Teammanager Wenger eine Einsatzgarantie, Almunia ist in Liga und in der Champions League gesetzt.
Frank Rost, Torhüter des Hamburger SV, macht sich noch Hoffnungen: “Seit der Ära Klinsmann und Löw gibt es keine gesetzten Spieler mehr. Es zählt nur noch die Leistung”, sagte er dem Kicker und fügte hinzu: “Ich brauche mich vor niemanden verstecken. Es ist immer mein Traum gewesen, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, daran hat sich nichts geändert.” Er würde auch als dritter Torhüter zur EM fahren: “Es ist doch eine Auszeichnung, bei so einem Turner dabei zu sein.”
Timo Hildebrand hat am Wochenende alles gehalten, was auf sein Tor kam, der FC Valencia erkämpfte ein 0:0 beim FC Getafe. Sonst hält sich Hildebrand zurück: “Du kommst nicht mit Quatschen in die Nationalelf, sondern durch konstant gute Leistungen. Und die will ich bringen. Alles andere entscheiden dann die Trainer”, sagte er der Schweizer News.
Überragend in Form ist Rene Adler. Beim 0:0 im Uefa-Cup am vergangenen Mittwoch in Istanbul hielt Leverkusens Schlussmann Haltbare und Unhaltbare, beim 2:2 in Karlsruhe flog, fing, grätschte er so grandios, dass er eine ernsthafte Option für die Nationalmannschaft ist, vermutlich aber erst nach der EM. Auffällig an dem jungen Vogel ist seine Zurückhaltung, während selbst die Gegner Adler über den grünen Rasen lobten, verließ er schweigend das Wildparkstadion. [...mehr]




