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Heute Abend steigt wieder ein Duell in der italienischen Serie A, dass nicht nur die die Hauptstadt Rom, sondern die gesamte Republik in helle Aufregung versetzen wird, das römische Derby zwischen Lazio und AS Rom.
Sportlich gesehen trennen die beiden Römer-Klubs momentan Welten. Während der AS Rom als Tabellenzweiter sich noch Hoffnungen auf den Titel macht, dümpelt Lazio auf Platz Elf im Niemandsland der Tabelle. Zudem tritt AS Rom in der Champions League noch gegen Manchester United an und könnte bei einem Sieg den größten Erfolg der Vereinsgeschichte auf europäischer Bühne verwirklichen.
Allerdings ist das römische Derby nicht nur wegen seiner sportlichen Brisanz ein Highlight in Italien. Die Ausschreitungen der radikalen Fans im Vorfeld des Spieles nehmen fast immer bürgerkriegsähnliche Zustände an. Ein Umzug des Derbys in eine andere Stadt wurde von den Verantwortlichen bereits erwogen, aber dennoch verworfen. Die Erinnerungen an die Tode des Polizisten Filippo Raciti und des Lazio-Fans Gabriele Sandri sind vermutlich schon aus den Gedächtnissen der Hooligans gestrichen, weshalb die Polizei wieder mit heftigen Auseinandersetzungen rechnet.
Die Stadien in Italien werden leider auch nicht mehr den höchsten Sicherheitsansprüchen gerecht. Eine Renovierung seitens der Stadt wurde bisher nicht in Angriff genommen, weshalb auch heute wieder 80.000 Zuschauer ohne große Barrieren aufeinander prallen werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Fans aus der Vergangenheit gelernt haben und die sportlichen Aspekte des heutigen Derbys im Vordergrund stehen. [...mehr]

Nach dem tragischen Tod eines Lazio-Fans, der bei seiner Anreise durch einen Polizisten tödlich verletzt wurde, kam es in ganz Italien zu schweren Ausschreitungen. Der Polizist hatte auf einer Raststätte versucht, einen Pulk von schlagenden Fans mit einem Warnschuss aufzulösen und hatte dabei versehentlich den Fan getroffen. Die Polizei sprach von einem unglücklichen Versehen.
Als Reaktion auf den Tod des Fans kam es landesweit zu Krawallen. In Rom wurden sogar eine Polizeistation und das Büro des Nationalen Olympischen Komitees angegriffen. In ganz Italien wurden mehr als 400 Beamte verletzt, einer schwebt nach einem Angriff mit einer Eisenstange sogar in Lebensgefahr. Die Ausschreitungen dauerte bis in die Abendstunden und erwirkten eine Absage der Spiele zwischen Inter Mailand und Lazio Rom sowie AS Rom gegen US Cagliari. Zudem wurde die Partie zwischen Atalanta Bergamo und AC Mailand abgebrochen.

Funktionäre und Politiker kündigten ein hartes Vorgehen gegen die Hooligans an. Lange Haftstrafen sollen eine abschreckende Wirkung erzielen und es wird in Betracht gezogen, dass Fans keine Auswärtsspiele mehr live vor Ort verfolgen dürfen. Diese Maßnahme würde die kleinen Teams in Italien besonders treffen, da diese durch das Fehlen der Fans des AC Mailand, von Inter Mailand und Juventus Turin erhebliche Einnahmeverluste erleiden würden.
Leider war das vergangene Wochenende kein Einzelfall in Italien. Beim Römer Derby und Partien des US Palermo gab es auch in der vergangenen Saison heftige Zusammenstöße mit der Polizei. Die Verantwortlichen im Land des Weltmeisters sind angehalten, gegen diese Welle der Gewalt vorzugehen, denn schon nach dem Bekanntwerden des Schiedsrichterskandals haben sie durch ihre lasche Arbeitsweise weltweit für Unmut gesorgt. [...mehr]


