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Nach einer mehrstündigen Krisensitzung haben Ivan Klasnic und Werder Bremen einen Burgfrieden geschlossen. “Ich stelle ausdrücklich fest, dass sich alle Äußerungen ausschließlich gegen die betroffenen Ärzte richteten, nicht gegen den Verein”, ließ der kroatische Nationalspieler über seine beiden Rechtsanwälte mitteilen. Der Stürmer hält seine Klage gegen Mannschaftsarzt Dr. Dimanski und dessen Kollegin jedoch aufrecht. “Wir hätten in manchen Situationen besser reagieren können. Die Irritationen wurden ausgeräumt”, räumte Werder Bremen in einer offiziellen Erklärung ein.

Ivan Klasnic spielt weiter für Werder Bremen © butch19051988/FlickrStorm

Klasnic musste sich Anfang 2007 einer Nierentransplantation unterziehen und lebt seitdem mit einer Spenderniere seines Vaters, nachdem sein Körper ein Organ seiner Mutter abgestoßen hatte. Er ist der einzige Fußball-Profi, der mit transplantierter Niere seine Karriere fortsetzen konnte. Der medizinischen Abteilung seines Vereins waren die schlechten Nierenwerte Klasnics nicht aufgefallen. Im Gegenteil, die Werte verschlechterten sich durch die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln wie Diclofenac, die als Nebenwirkung Nieren-Insuffizienzen verstärken können. Klasnic sagte, dass der Einsatz solcher Pillen in der Bundesliga normal sei, auch er selbst habe diese Medikamente regelmäßig eingenommen, um seine Leistung bringen zu können.

In der ARD-Talkshow “Beckmann” klagte Klasnics Ehefrau Patricia den Klub an: “Werder hat meinen Mann krank gemacht.” Werder hat die lebensbedrohliche Erkrankung lapidar wie eine Oberschenkelzerrung behandelt: “Ich habe einen Anruf vermisst, eine Nachfrage, wie geht es Ihnen und Ihrem Mann? Jeder normale Mensch hätte doch schon aus Höflichkeit nachgefagt.

Der auf Medizinrecht spezialisierte Anwalt Matthias Teichert sagte, dass Klasnic, sein Mandant, zu “keinem Zeitpunkt richtig behandelt worden ist. Ich bearbeite hundert Fälle im Jahr, dies ist einer der fünf, die mich sprachlos machen.”

Die sportliche Zukunft Klasnics ist offen. Sein Vertrag bei Werder läuft am Saisonende aus, doch Vorstandschef Jürgen L. Born sagte: “Ivan will weiter für Werder spielen, und wir wollen das auch.”    [...mehr]


Schalke 04 hat Trainer Mirko Slomka entlassen. Manager Andreas Müller begründete die Entscheidung: “Zuletzt gab es auch bei mir eine Tendenz, die Zusammenarbeit mit Mirko nach dieser Saison zu beenden. Nach dem gestrigen Spiel bei Werder Bremen ist dann die Entscheidung gereift, diesen Schritt vorzuziehen. Es ist eine Situation entstanden, die sich in den nächsten Wochen sehr negativ auf die Mannschaft auswirken würde und somit das verbleibende Saisonziel Champions-League-Qualifikation gefährdet. Daher dieser schnelle Entschluss.”

Keiner hört mehr auf sein Kommando: Mirko Slomka © Arenablick/FlickrStorm

Überrascht zeigten sich die Experten beim DSF-Fußballstammtisch “Doppelpass”. Ex-Profi Thomas Helmer sagte: “Es ist eine absolut ungewöhnliche Entscheidung, einen Trainer vor einer englischen Woche zu entlassen.” Gestern hatte Schalke bei Werder Bremen 1:5 verloren, aber, so paradox es klingt, spielerisch überzeugt.

Trotz einiger Erfolge stand Slomka bei Schalke ständig zur Diskussion, Kritiker vermissten schönen Fußball. In dieser Saison erreichte Schalke das Viertelfinale der Champions League, dort war der FC Barcelona Endstation. In der Bundesliga steht das Team auf Rang drei.

In einem Interview mit der Rhein-Pfalz Online sagte Slomka kurz vor seiner Entlassung: “Ich habe einfach keine Lust mehr, jede Woche meine Arbeit zu verteidigen. Wenn man die Fakten betrachtet, waren wir vor diesem Spieltag Zweiter in der Liga und bis letzte Woche unter den besten Acht in Europa - und trotzdem wurde ständig über mich diskutiert.”

Wer die Königsblauen in den letzten sechs Spielen der Saison betreuen wird, soll heute Nachmittag verkündet werden.    [...mehr]


Bisher galt in der Bundesliga die Formel, dass 40 Punkte den sicheren Klassenerhalt bedeuten. Nur einmal in den vergangenen zehn Jahren brauchte eine Mannschaft tatsächlich 40 Punkte, das war Bayer Leverkusen in der Saison 2002/03. Sonst reichten je dreimal 38 und 37 Punkte, einmal 36 und zweimal 34 Zähler. In dieser Saison könnte rein statistisch der 15. mit 29 Punkte in der Bundesliga bleiben. Rechnen wir das mal durch!

Rechenspielerei im Abstiegsschneckenrennen © Methos04/FlickrStorm

Der Abstiegskampf ähnelt einem Schneckenrennen, auf Platz 15 liegt nach 25 Spieltagen Arminia Bielefeld mit 21 Punkten, unterm Strich tummeln sich Energie Cottbus (20 Punkte) sowie der 1. FC Nürnberg und der MSV Duisburg mit je 19 Punkten. Die Hansa-Kogge ist mit derzeit 24 Punkten fast schon im sicheren Hafen.

Bielefeld gewann bisher 0,84 Punkte pro Spiel, Cottbus 0,8 und die beiden Schlusslichter 0,76. Rechnen wir das hoch und gehen wir von der Annahme aus, dass das Niveau so bleibt - und es gibt außer Durchhaltefloskeln nichts, was auf Besserung hindeutet-, dann rettet sich der 15. mit sagenhaften 29 Punkten!

Originelle Überlegung am Rande: Um die ominösen 40 Punkte zu gewinnen, müssten der Club und Zebras je sieben der letzten neun Spiele gewinnen.    [...mehr]


Autor: Sonja Beckmann

Das Blog Fußballboom trauert um den humorvollsten Bundesligatrainer: Der Club hat Hans Meyer gefeuert, den Trainer, der mehr Sprüche raushaut, als die Nürnberger Spieler Angelos Charisteas und Marek Mintal je Tore schießen werden. Wir rufen Hans Meyer die schönsten Worte nach, er wird dem Bundesliga Fussball fehlen.

Sie können sich die Antwort aussuchen: 1. Mir war langweilig. 2. Ich brauche Geld. 3. Meine Frau lässt mich nicht mehr in den Garten, weil ich die Rosen nicht von Blumenkohl unterscheiden kann.
Meyer zur Frage, warum er sich für Nürnberg entschied.

Ich denke, die Spitze werden wir auch nicht mehr hergeben. Ich wüsste nicht, wer diese Weltklasse-Mannschaft noch von der Spitze verdrängen könnte.
Meyer nach dem 3:0-Sieg zum Bundesliga-Auftakt in Stuttgart im August 2006, der Nürnberg zum Tabellenführer machte.

Das Spiel stand auf dem Spiel, denn es war kein Spiel.
Meyer nach einem Spiel auf dem Acker von St. Pauli.

Hans Meyer - Fußballtrainer © wikimedia

Nur Platz vier. Ich bin ganz schön enttäuscht. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Ich habe stundenlang darüber gegrübelt, woran das liegen könnte.
Nach der Wahl zum “Trainer des Jahres” im August 2006, als Meyer hinter Jürgen Klinsmann, Thomas Doll und Jürgen Klopp landete.

Ich werfe noch fünf Bälle rein, dann hat jeder einen.
Meyer bei einem Club-Training, als Ivica Banovic den Ball nicht mehr abspielte.

Wie will man mit Leuten von Bild ernsthaft reden?
Meyer im Tagesspiegel-Interview zum Sachverstand mancher Boulevard-Journalisten.

Es ist das neuntwichtigste Spiel meiner Karriere.
Meyer rechnete ganz genau vor dem Pokal-Halbfinale des Clubs gegen Eintracht Frankfurt.

Ich glaube, er hat ein Rudel gebildet.
Meyer kommentierte eine Rote Karte gegen Leverkusens Placente.    [...mehr]


Heute geht die Rückrunde der Bundesliga los, Hansa Rostock empfängt die Bayern. Das Spiel wird in 158 Ländern übertragen, ein Rekord, nie zuvor gab es mehr Länder, die ein Bundesliga-Spiel live ausgestrahlten.

Klassenerhalt ist das Ziel des Tabellen-15. aus dem Nordosten. Ob dafür ausgerechnet heute Punkte gesammelt werden, ist zumindest statistisch zweifelhaft. Gegen keine andere Mannschaft haben die Hanseaten in der Bundesliga zu Hause so oft verloren wie gegen den Deutschen Rekordmeister, der von seinen bislang elf Gastspielen sieben gewinnen konnte.

Was nicht gut für die Moral ist: Am Dienstag flog Hansa im DFB-Pokal beim Zweitligisten Hoffenheim raus. “Wir waren die dümmere Mannschaft, weil wir in der Defensive kräftig mitgeholfen haben”, ärgerte sich Trainer Frank Pagelsdorf. Orestes hatte nämlich die Kogge per Eigentor versenkt.

Für Hansa Rostock ist das Ausscheiden auch finanziell bitter. Der Klub hat etwa acht Millionen Euro Schulden und den kleinsten Etat aller Bundesligisten. Nicht allein aus Gründen der Philosophie hat sich Hansa zum Ausbildungsverein erklärt, auch die Aussicht, Talente zu fördern und gewinnbringend zu verkaufen, dürfte eine Rolle gespielt haben. Das größte Rostocker Talent spielt allerdings seit 2006 bei den Bayern: Toni Kroos wurde mit der Hansa-B-Jugend deutscher Vizemeister, sein Talent fiel den Münchner Scouts auf, die ihn an die Isar lotsten. Dort ist das Trikot mit der 10 für Kroos reserviert, der 2007 bei der U17-WM den Goldenen Ball als bester Spieler erhielt.

Rückkehrer Gledson (VfB Stuttgart) ist der einzige neue Kicker bei Hansa für die Rückrunde. Verstärkt hat sich der Verein im Kopf: Henrik Schrader und Michael Nusser sind Mentaltrainer und werden einen Tag vor jedem Bundesligaspiel zu den Spielern stoßen und sie auf die Partie vorbereiten.    [...mehr]


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