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Spaniens Ballzauberer sind zu gut für Deutschland und gewinnen das EM-Finale 1:0

Fernando Torres schoss Spanien zum EM-Titel, dem ersten seit 44 Jahren. Es war eine verdiente Niederlage für die Deutschen, die den Spaniern im Finale der Europameisterschaft vor allem in Technik, Passpräzision und Eleganz unterlegen waren. In der Schlussphase fehlte dem Team von Bundestrainer Joachim Löw die letzte Leidenschaft, um das Spiel noch zu drehen.

„So ein Spiel muss man jetzt erst einmal verdauen. Ich glaube, wir müssen heute die hohe Qualität der Spanier anerkennen“, analysierte Löw treffend. Dabei sah es zehn Minuten so aus, als könnten die Deutschen an das Spiel gegen Portugal anknüpfen. Doch dann fanden die Spanier besser ins Spiel und übernahmen das Kommando.

Mit ihrem überragenden Passspiel legten sie sich die Deutschen zurecht, um im rechten Moment zuzuschlagen. In der 33. Minute war der Zeitpunkt gekommen: Xavi passte steil auf Torres, Philipp Lahm hatte klären können, ließ sich jedoch in einer merkwürdigen Anwandlung von Lethargie überlaufen, und der spanische Torjäger lupfte den Ball über den herausstürzenden Jens Lehmann, der jedoch einen Tick zu früh abtauchte, ins Tor.

Die Deutschen wirkten in der Folge geschockt, während das Team von Trainer Luis Aragonés One-Touch-Fußball zelebrierte. Dazu kam, dass Kapitän Michael Ballack, für dessen Einsatz wegen einer Wadenblessur erst kurz vor dem Spiel Carte blanche gab, am Kopf blutend minutenlang draußen behandelt wurde.

In der Pause musste Philipp Lahm verletzt ausgewechselt werden, für den trotz des Fehlers besten Deutschen im Turnier kam Marcell Jansen ins Spiel. Spanien blieb überlegen, Lehmann hielt sein Team mit zwei spektakulären Paraden gegen Xavi (54.) und Torres (56.). Löws Team kämpfte, doch die Spanier standen tief und machten die Räume eng. Ballack fehlten die Ideen, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski mühten sich vergebens. Podolski gelang kein einziges Tempodribbling, Schweinsteigers Standards waren zu ungenau. Miroslav Klose blieb ebenso blass im Sturm wie die später eingewechselten Kevin Kuranyi und Mario Gomez.

Die Spanier spielten sicher und abgeklärt, schließlich konnte Kapitän Casillas nach 44 Jahren wieder den EM-Pokal in die Höhe recken. Es war ein verdienter Erfolg der Spanier, die jedes ihrer sechs Spiele gewannen und den schönsten Fußball zeigten. Das deutsche Team konnte im Finale zu wenige der Ideale von Bundestrainer Löw umsetzen, doch um die Zukunft muss einem nicht bange sein: Lahm, Podolski, Schweinsteiger, Mertesacker, Gomez und Jansen sind noch jung, dazu kommen Talente wie Adler, Helmes und Marin. Was auch Bundeskanzlerin Angela Merkel so einschätzte: „Ich habe Michael Ballack gesagt, dass wir wohl noch ein bisschen warten müssen, bis wir ganz doll feiern können.“