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Showdown im San Siro: Eintracht will nächste magische Nacht

Mailand – Im sagenumwobenen San Siro will Eintracht Frankfurt seine europäische Heldengeschichte fortschreiben, begleitet von etwa 15.000 Fans und ohne seinen gesperrten Trainer Adi Hütter an der Seitenlinie ist der deutsche Pokalsieger in einem der gefürchtetsten Fußball-Tempel gefordert.

Erstmals seit 1995 wollen die Frankfurter das Viertelfinale in einem europäischen Wettbewerb erreichen. «Jetzt kommt es zum Showdown. Es gibt jetzt ein Endspiel und im Mai haben wir gezeigt, dass wir Endspiele können», sagte Vorstand Axel Hellmann vor dem Europa-League-Rückspiel bei Inter Mailand am 14. März (21.00 Uhr/RTL und DAZN). Sport-Vorstand Fredi Bobic fügte an: «Wir fahren hin und haben keine Angst. Ich habe ein sehr gutes Gefühl.»

Das packende 0:0 im Hinspiel gibt der begeisternd aufspielenden Eintracht Mut für einen weiteren internationalen Coup im Duell mit dem Champions-League-Sieger von 2010. «Wir haben eine gute Ausgangsposition», sagte Torhüter Kevin Trapp, der die Chancen der SGE mit einem parierten Elfmeter am vergangenen Donnerstag intakt hielt. Deutlich schmerzhafter als der verpasste Sieg ist der Verlust von Trainer Hütter, der nach einem Kick gegen eine Wasserflasche von der UEFA für das Rückspiel gesperrt wurde.

«Die Spieler müssen nicht für ihren Trainer spielen, sondern für Eintracht Frankfurt», betonte der Österreicher. Hütter hatte sich für seinen Kontrollverlust zwar entschuldigt, muss aber für das Spiel die Konsequenzen tragen. «Selbst schuld, es tut weh», konstatierte er. Hütters Assistent und Vertrauter Christian Peintinger soll die Chefrolle an der Seitenlinie übernehmen.

Und der 51-Jährige ist heiß auf diese Aufgabe. «Es ist auch für mich eine Freude», sagte Peintinger in Mailand, bevor er auch ein wenig Aufregung gestand. Schlussmann Trapp, der das Duell «wie eine Champions-League-Partie» sieht, lässt das Fehlen Hütters auch nicht als Ausrede gelten. «Wir haben ein großes Spiel vor uns. Es ist hoffentlich egal, wer morgen an der Seitenlinie steht. Wir wissen als Mannschaft, was wir zu tun haben», sagte der 28-Jährige.

Hütter will sein in diesem Jahr ungeschlagenes Team, das auf den gesperrten Gelson Fernandes und auch auf den verletzten Stürmer Ante Rebic verzichten muss, im Vorfeld auf die besondere Aufgabe im Champions-League-Finalstadion von 2001 und 2016 heiß machen. «Es ist, wie es ist. Ich muss meine Arbeit vorher machen», sagte Hütter, der in der Arena auf einen «Platz mit guter Sicht» hofft. Seine Spieler sind gewappnet. «Wir sind bereit, Geschichte zu schreiben», bekräftigte Fernandes.

Das Finale in Baku am 29. Mai und eine mögliche Wiederholung des Coups von 1980 (damals noch im UEFA-Pokal) sind inzwischen zu Zielen des in dieser Saison euphorisierten Clubs, der regelmäßig um die 10.000 Fans zu einem Europa-Auswärtsspiel mitbringt, geworden. «Wir haben Baku im Kopf. Es wäre Wahnsinn, den Titel noch einmal zu holen», sagte Sportdirektor Bruno Hübner.

Nach fulminanten Heimsiegen über Olympique Marseille (4:0), Lazio Rom (4:1) und Schachtjor Donezk (4:1) muss der entscheidende Schritt des Teams um den Sturm-Dreizack Sébastien Haller, Luka Jovic und Rebic diesmal aber in der Fremde gelingen. «Wir spielen auf Sieg, alles andere können und wollen wir nicht», sagte Trapp.

Die Zahlen des Pokalsiegers beeindrucken: Mit 23 Toren ist Frankfurt das offensivstärkste Team der Europa-League-Saison, nur der FC Chelsea holte mehr Punkte als die ungeschlagenen Hessen. Während die weiteren Bundesliga-Vertreter Bayer Leverkusen und RB Leipzig am Donnerstag nur noch TV-Zuschauer sind, bekommt die Eintracht ihr vorläufiges «Spiel des Jahres» im San Siro. «Wir wollen die Sensation schaffen», kündigte Hütter an. Der international erfahrene Trapp resümierte: «Wir müssen viel leiden und müssen höllisch aufpassen. Aber wir haben eine Riesenchance, die uns so keiner zugetraut hätte.»

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Inter Mailand: Handanovic – d’Ambrosio, de Vrij, Skriniar, Cedric – Vecino, Brozovic – Politano, Borja Valero, Perisic – Candreva

Eintracht Frankfurt: Trapp – Hinteregger, Hasebe, Ndicka – Da Costa, Kostic – Rode, De Guzman – Gacinovic – Haller, Jovic

Schiedsrichter: Ovidiu Alin Hategan (Rumänien)

Fotocredits: Arne Dedert
(dpa)

(dpa)
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