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Schalke nach zweimaliger Führung 2:2 bei Hertha BSC

Berlin – Die leise Freude über immerhin einen Punkt in Berlin wurde für Domenico Tedesco schnell wieder getrübt. Dem FC Schalke 04 drohen nach dem 2:2 (2:2) bei Hertha BSC mehrere verletzungsbedingte Ausfälle.

Bei Benjamin Stambouli besteht der Verdacht auf eine Jochbeinfraktur, Alessandro Schöpf plagen Probleme am Knie und Steven Skrzybski musste mit muskulären Problemen vom Feld.

«Unser Start war gut, wir haben das Spiel über weite Strecken kontrolliert. Dann kamen die zwei Verletzungen, die uns sicherlich nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Tagen und Wochen wehtun werden», sprach Tedesco vor allem von den Blessuren von Schöpf und Stambouli. Genaue Diagnosen kannte der Coach aber noch nicht. «Das sind alles bislang Vermutungen.»

Nach der sportlichen Stabilisierung mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen 2019 plagen S04 nun Personalsorgen. «Wir haben nur noch zwei Innenverteidiger», sagte Tedesco auf die Frage, ob die Verletzungen die Notwendigkeit erhöhen, in der Winterpause noch auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.

«Das kommt darauf an, was mit Benji ist. Aber wenn wir einen holen, dann bin ich glücklich.» In der zentralen Defensive stehen nur noch Salif Sané und Matija Nastasić zur Verfügung.

Trotz zweimaliger Führung hatten die Schalker den nächsten großen Befreiungsschlag verspielt. Im eisig kalten Olympiastadion kam der Revierclub bei Hertha BSC am Freitagabend nur zu einem unglücklichen Remis – blieb damit aber zumindest erstmals in dieser Bundesliga-Saison drei Spiele in Serie ungeschlagen.

In einer hart geführten Partie ließen Jewgeni Konopljanka (17. Minute) und Nationalspieler Mark Uth (44.) die Gäste jeweils auf den dritten Sieg nacheinander hoffen. Herthas Leihprofi Marko Grujic (39.) nach einem Traumkonter und Kapitän Vedad Ibisevic (45.+4) glichen vor 43.027 Zuschauern jedoch zweimal für die Berliner aus.

«Ich hatte auf jeden Fall Spaß. Das war ein gutes Fußballspiel. Wir hätten natürlich noch mehr Spaß gehabt, wenn wir das dritte Tor machen», sagte Schalkes Uth. «So müssen wir weiter machen.»

«Wir haben das Spiel nicht schlecht angefangen und Druck ausgeübt», sagte Hertha-Trainer Pal Dardai. Anschließend, so bemängelte der Ungar, habe seinem Team aber «der Mut» gefehlt. «Das Unentschieden ist ein gutes Ergebnis», meinte Dardai bei Eurosport.

Nach gut einer Stunde verhinderte der von Tedesco zum Stammkeeper beförderte Alexander Nübel gegen Davie Selke die endgültige Wende. Schalke bleibt damit sechs Punkte hinter den Herthanern, die durch das Remis den Kontakt zu den internationalen Plätzen halten.

In einer sehr intensiven Partie war der erste Aufreger eine unschöne Szene. Karim Rekik kam gegen Schöpf zu spät und erwischte den Österreicher mit voller Wucht am Unterschenkel. Gelb war eine milde Strafe, denn schon die TV-Bilder ließen Schlimmes vermuten. Schöpf konnte noch gut zehn Minuten weiter spielen. Als er dann doch von Schmerzen geplagt raus musste, führte S04 durch ein sehenswertes Tor von Konopljanka, der am trabenden Ondrej Duda locker vorbeizog und aus 20 Metern einschoss.

Schöne Tore schießen kann Hertha aber auch. Einen Konter leitete Grujic selbst mit ein und hatte nach einem Zauber-Hackentrick von Duda kein Problem zum Ausgleich einzuschieben. Bei Schalke war in Stambouli (33.) schon der zweite angeschlagene Spieler raus. Der Ersatz-Kapitän für Ralf Fährmann hatte sich im Kopfball-Duell mit Arne Maier im Gesicht verletzt.

Das Tiefkühl-Spektakel ging aber weiter. Nationalspieler Uth schoß Schalke nach Vorarbeit von Oczipka wieder in Führung, Hertha setzte mit einem Kopfball-Treffer des wieder einmal enorm effektiven Ibisevic in der letzten von vier Minuten Nachspielzeit dagegen. Nübel hatte wie schon beim ersten Gegentor keine Abwehrchance.

Seinen großen Moment hatte Schalkes neue Nummer eins bei der Parade aus kurzer Distanz gegen Selke (61.). Als Suat Serdar nach Zuspiel von Uth der Hertha-Defensive entwischte, lenkte Rune Jarstein über die Latte (70.), zwei Minuten später war der Norweger auch gegen Schalkes gebürtigen Berliner Skrzybski zur Stelle. S04 hätte nun nach einer Drangphase drei Punkte verdient gehabt.

Fotocredits: Jan Kuppert
(dpa)

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