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RB-Coach Rangnick: «Hauptsache, wir sind weiter»

Göteborg – Selbst für Perfektions-Liebhaber Ralf Rangnick zählte nur eins.

«Das war natürlich nicht unser bestes Spiel. Aber Hauptsache, wir sind weiter», resümierte der Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig und hob nach dem nur bedingt appetitlichen Fußball-Happen von Göteborg mit seiner Mannschaft wieder Richtung Trainingslager ab.

Schon am Freitagnachmittag wartete im österreichischen Schwaz eine ganz andere Test-Kategorie auf den sächsischen Fußball-Bundesligisten im englischen Premier-League-Club Huddersfield Town.

Rangnick stimmt seinen Kader schon in der Vorbereitung auf die Stresswochen ein, die noch lange anhalten sollen. «Wir machen den ganzen Aufwand nicht, um irgendwann ehrenvoll auszuscheiden», sagte er. In der nächsten Runde trifft RB am kommenden Donnerstag daheim auf CS Universitatea Craiova, eine Woche später findet das Rückspiel in Rumänien statt. Danach kämen noch zwei Playoff-Spiele (23./30. August), ehe die Teilnahme an der Gruppenphase feststeht.

Nicht nur wegen der noch ausstehenden maximal vier Spiele bis zum Einzug in die Europa League, in der die Leipziger unter Rangnicks Vorgänger Ralph Hasenhüttl in der vergangenen Saison bis ins Viertelfinale gekommen waren, soll es eine intensive Saison werden. RB will auch im DFB-Pokal diesmal weit kommen, 2016 scheiterte Leipzig in der ersten Runde (an Dynamo Dresden), 2017 in der zweiten (am FC Bayern). Und in der Liga will Rangnick seinem Nachfolger Julian Nagelsmann am liebsten einen Champions-League-Platz übergeben.

Da wird Rangnick eine große Auswahl an Spielern brauchen, erst recht, weil er seinen propagierten Hochgeschwindigkeits-Umschaltfußball kompromisslos umsetzen will. Gut für den 60-Jährigen, dass er einigen beim 1:1 im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde nach dem vorentscheidenden 4:0 eine Woche zuvor in Leipzig eine Chance gegen BK Häcken geben konnte, die sonst nicht zum Zug gekommen wären.

Darunter drei 18-Jährige in Erik Majetschak und Niclas Stierlin, der von Anfang an spielen durfte, sowie Lukas Krüger, der sich allerdings eine Innenbandverletzung zuzog. Zudem kam auch noch der erst 17-jährige Oliver Bias zum Einsatz. Im Tor durfte Marius Müller ran. Stammkeeper Peter Gulacsi hatten den Trip nach Schweden erst gar nicht angetreten. Er setzte in Seefeld ebenso wie Nationalspieler Timo Werner und eine Reihe weiterer Leistungsträger die Vorbereitung fort.

Für die Mission Weiterkommen reichte eine Mischung aus zehn Profis und neun Nachwuchsspielern der Leipziger. Allerdings lief es auch gegen den Tabellenzehnten der schwedischen Liga nicht so wie erhofft. «Wir haben uns etwas schwer getan, den Ball schnell zu machen», meinte Mittelfeldmann Diego Demme. Eine Erklärung: Der Kunstrasen, auf dem die Partie in Göteborg stattfand. «Es war eine Umstellung für uns, was den eigenen Ballbesitz angeht», sagte Rangnick. Dieser werde stumpfer.

«Wir haben nach vorn nicht so gespielt, wie wir das normalerweise können», meinte der Coach. Dass seine Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit einige Konter der unterlegenen Schweden zuließ, gefiel Rangnick auch nicht so. Nur in den ersten 20, 25 Minuten habe man das Spiel kontrolliert. Danach den Ball zu lange gehalten. Genau das will Rangnick aber nicht.

Fotocredits: Michael Erichsen,Michael Erichsen
(dpa)

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