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Niederlande entzaubern Weltmeister Italien

Die Elftal hat die Squadra Azzurra in einer temporeichen Partie mit 3:0 (2:0) besiegt. Die Tore für die beeindruckend spielenden Niederländer schossen Ruud van Nistelrooy, Wesley Sneijder und Giovanni van Bronckhorst. Die Elftal macht nach dem schlappen Remis zwischen Rumänien und Frankreich den mit Abstand lebendigsten Eindruck in der „Todesgruppe“ C. Italien hingegen steht am Abgrund und muss am Freitag gegen Rumänien punkten.

Die erste Chance im Berner Stadt de Suisse hatten die Weltmeister in der fünften Minute, doch Luca Toni köpfte eigensinnig weit am Tor vorbei, anstatt das High-Tech-Spielgerät abzulegen. Danach übernahmen die Niederländer die Initiative. Nach einigen guten Möglichkeiten erzielte Ruud van Nistelrooy in der 26. Minute die Führung für die Mannschaft von Trainer Marco van Basten, als er einen Schuss von Wesley Sneijder ins Tor ablenkte. Fünf Minuten später erhöhte Sneijder selbst auf 2:0.

In der zweiten Halbzeit bemühte sich Italien wacker, doch die niederländische Abwehr stand sicher. Kam doch mal ein Ball aufs Tor, entschärfte ihn Edwin van der Sar. Auch die Einwechslung von Evergreen Alessandro del Piero brachte nichts Zählbares. Der vierfache Welttorhüter Gianluigi Buffon hingegen wurde noch einmal bei einem Konter überwunden, als in der 79. Minute van Bronckhorst das 3:0 köpfte.

Bei den Italienern lief nichts zusammen, auffällig waren höchstens die dramatischen Gesten von Toni und Christian Panucci. Schmerzlich vermisst wurde Kapitän Fabio Cannavaro, der sich im Training verletzt hatte und auf die EM-Teilnahme verzichten muss.

Italiens Trainer Roberto Donadoni bemängelte nach dem Spiel die Naivität seiner Mannschaft und blickte lieber gleich voraus: „Wir müssen jetzt gegen Rumänien gewinnen.“ Der Bondscoach wunderte sich: „Wir haben eigentlich gar nicht die Spieler für so ein Spiel.“ Die Kombinationssicherheit und Zielstrebigkeit der Niederländer erinnerte phasenweise an den „totaal voetbal“ der 70er Jahre.

Die Trainer kennen sich übrigens gut: Bondscoach van Basten und Italiens Commissario Tecnico Donadoni sammelten als Spieler gemeinsam etliche Titel beim AC Milan und sind gut befreundet, telefonieren häufig. „Dabei reden wir meistens über sein Golf-Handicap und meine Haare. Oder umgekehrt“, verriet Donadoni der Süddeutschen Zeitung. Heute dürften beim Commissario Tecnico ein paar graue hingekommen sein.

Ein Wort in eigener (Fan-)Sache: Die um Objektivität bemühte Autorin schwang sich nach dem Spiel auf ihr Fahrrad, das eine niederländische Fahne ziert, und fuhr als Fahrradkorso klingelnd durch Berlin.