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Machen Verletzungen die deutschen EM-Hoffnungen zunichte?

Machen Verletzungen die deutschen EM-Hoffnungen zunichte?

Mit dem Ausfall des deutschen Innenverteidigers Antonio Rüdiger muss Löw nun ausgerechnet eine kritische Planstelle neu besetzen. Auch insgesamt ist die DFB Elf von Verletzungen vor der EM geplagt. Könnte das unserer Mannschaft zum Verhängnis werden?

Nachnominierung von Jonathan Tah

Antonio Rüdiger hatte bis vor seiner Verletzung eigentlich gute Chancen, in der Startelf der deutschen Auswahl neben Boateng aufzulaufen. Der intelligente Innenverteidiger hätte dort den angeschlagenen Hummels ersetzen können, sonst ist das Defensivzentrum der deutschen Mannschaft vielleicht die große Achillesferse. Denn außer Boateng gibt es derzeit keinen gesetzten Innenverteidiger, Höwedes spielt mal im Zentrum und mal rechts, Mustafi konnte sich seit der WM stark weiterentwickeln, spielte aber kaum im DFB Dress und Jonathan Tah dürfte kaum von Anfang an spielen. In Form von Holger Badstuber war außerdem bereits frühzeitig klar, dass ein hochklassiger Verteidiger fehlen würde.

Dass Antonio Rüdiger sich im Training verletzte und der Leverkusener Tah bereits im Familienurlaub und eigenverantwortlichen Training war, dürfte auch diese Umstellung zumindest leicht erschweren.

Mit Jonas Hector und Emre Can sind außerdem nur zwei „echte“ Außenverteidiger in der deutschen Auswahl, in der Defensive sind die Verletzungen am schwersten abzufangen.

Auch Reus fällt wieder vor Turnierbeginn aus

Besonders bitter dürfte die erneute Verletzung für den Dortmunder Marco Reus sein, der spielt nicht nur in bestechender Form und wäre eine wahre Alternative für die Startelf gewesen, sondern er hatte auch schon die WM vor zwei Jahren kurzfristig absagen müssen.

Auch Ilkay Gündogan, der durchaus Startelfpotenzial hat, ist bereits seit längerer Zeit verletzungsbedingt nicht spielfähig. Da Bastian Schweinsteiger auch gerade wieder ins Training eingestiegen ist und kaum Luft für 90 Minuten haben dürfte, wiegt der Verlust von Gündogan schwerer als der von Reus. Sollten sich Kroos oder Khedira verletzen, summieren sich die Ausfälle im defensiven Mittelfeld und Alternativen müssen gefunden werden.

Das offensive Mittelfeld und der Angriff bieten dagegen wenig Raum für Sorgen. Zwar ist Gomez der einzige nominelle Stürmer, doch Schürrle, Müller, Özil, Götze, Draxler oder Sané können beliebig untereinander rochieren.

Hoffnung macht der Fall Kramer

Wie gut Joachim Löw auf Ausfälle reagieren kann und wie breit der Kader tatsächlich aufgestellt ist, hat der Nationaltrainer nicht zuletzt im WM Finale bewiesen, wo ein junger Christoph Kramer (der in Frankreich nicht dabei ist) in der Startelf stand.

Grund zur Hoffnung geben sowohl die Breite des Kaders als auch die Qualität in der Spitze, und auch ohne Lahm hat Löw genug polyvalente Spieler im Aufgebot.


Bild: Fotolia, 45232603, westfotos.de