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Hamburgs Niedergang geht weiter – Schalke wieder gnadenlos

Hamburg – In Hamburg gibt es weiter keinen Grund, auf ein Wunder zu hoffen. Nur durch die Niederlagen der Konkurrenz aus Mainz und Wolfsburg bleiben mehr oder weniger theoretische Chancen auf den Klassenverbleib. Wie Effektivität funktioniert, zeigt oben in der Tabelle Schalke 04.

UNTERGANG: «Uns hat der Mut verlassen.» Das Urteil von Neu-Trainer Christian Titz beschrieb die Lage des Hamburger SV beim nächsten Rückschlag im Abstiegskampf. Der Hoffnungsträger musste beim 1:2 gegen Hertha BSC gleich beim Debüt die harte Realität akzeptieren. Die auf mehreren Positionen veränderten und auch verjüngten Hamburger konnten nur eine Halbzeit den Eindruck erwecken, dass eine Rettung noch möglich sein könnte. So bleibt es bei sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsrang und beim Prinzip Hoffnung. Titz bleibt nur, dies aufrecht zu halten. «Wir werden das abhaken und mit der Mannschaft daran arbeiten, dass wir es in Stuttgart besser machen.» Sieben Spiele bleiben noch, um den historischen Bundesliga-Abstieg zu verhindern.

RETTUNG: Diese Zahlen sprechen für Werder Bremen. Acht Punkte vor dem Relegationsrang, 15 Punkte vor dem ersten direkten Abstiegsrang. Da kann in noch sieben Spielen eigentlich nichts mehr schief gehen. Nur die Bremer sind unfassbar vorsichtig. Werder-Coach Florian Kohfeldt wollte auch nach dem 3:1 in Augsburg noch nicht durchatmen. «Ich warne nach wie vor vor Selbstzufriedenheit. Wir brauchen noch Punkte», sagte der Coach. Auch Kapitän Max Kruse, der nach dem Doppelpack von Ishak Belfodil alles klar machte, sprach noch nicht von der Rettung. «Das ist ein bisschen trügerisch.»

DÉJA-VUE: Als Mainz 05 im Februar mit 0:3 im Pokal-Viertelfinale in Frankfurt verlor, schob man die Niederlage auf unfassbare individuelle Fehler bei allen Gegentoren. Das stimmte, war aber nicht die ganze Wahrheit. Ein paar Wochen später gibt es gegen die in die Champions League strebende Eintracht in der Liga die nächste Niederlage mit dem gleichen Resultat. Und diesmal wird klar, dass die Mainzer weit vom Niveau der Eintracht entfernt sind. Sieben Punkte beträgt immerhin weiter der Vorsprung auf den Hamburger SV auf Rang 17. Die Schwäche der Hanseaten ist derzeit die größte Hoffnung der Mainzer, dass es zumindest zum Relegationsplatz reichen könnte.

HIN UND HER: In Mönchengladbach beklagen sie die unfassbare Verletztenliste. Gegen 1899 Hoffenheim humpelte in der ersten Halbzeit auch noch Raúl Bobadilla vom Platz. Doch das war in einem packenden Duell nur eine Randnotiz. Dreimal ging Hoffenheim in Führung, dreimal glich Gladbach aus. Der eine Punkt für jeden konnte aber letztlich keinen glücklich machen. Für ihre Europacup-Ambitionen brauchen beide Teams mehr. Wie dünn die Nerven sind, verdeutlichte der Disput von Gladbachs Max Eberl mit 1899-Coach Julian Nagelsmann. Da gab es böse Gesten und unschöne Worte vonseiten des Borussen-Managers in der Coaching-Zone – die Entschuldigung folgte aber prompt nach dem Schlusspfiff.

EFFEKTIVITÄT: Fünfmal nacheinander gewonnen. Viermal zu Null. Dreimal in Serie 1:0. Effektiver als die Schalker kann man kaum sein. Der Sieg beim VfL Wolfsburg setzte dem Kalkül von Königsblau die Taktik-Krone auf – zumal das entscheidende Tor auch noch der Wolfsburger Unglücksrabe Robin Knoche kurz vor Schluss erzielte. Den Grundstein legte Ralf Fährmann mit seiner Elfmeterparade gegen Paul Verhaegh. Richtig groß war die Reaktion nach der Partie: Er habe den Strafstoß gehalten, aber möglich sei das nur durch die Arbeit mit seinem Torwarttrainer und den Ersatzkeepern, sagte Fährmann.

Fotocredits: Daniel Reinhardt
(dpa)