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Feier ohne Meyer: Schalker Rekordjäger haben «Riesenspaß»

Gelsenkirchen – Nachdem sie die Oster-Meisterparty des FC Bayern verhindert hatten, starteten die Schalker Rekordjäger zumindest eine kleine eigene Spontanfeier.

Als Torhüter und Urgestein Ralf Fährmann den Torschützen Guido Burgstaller zu den Fans schickte, schaute der Österreicher den Kollegen ungläubig an. Dann stieg er zum Vorsänger auf das Podest vor der Nordkurve und wurde zum Feierbiest.

«Ich wusste zuerst gar nicht was los ist. Aber dann hat Ralle mir erklärt, dass ich da hoch soll», sagte Burgstaller nach dem 2:0 (0:0) gegen den SC Freiburg lachend: «Am Ende war es ein Riesenspaß. Ich könnte das öfter machen.»

In der Tat kommen die Königsblauen aus dem Jubeln kaum heraus. Sechs Siege in Serie bedeuten die Einstellung des Vereinsrekords. Fünf Siege ohne Gegentor hat es in der Vereinshistorie gar noch nie gegeben. Und die Rückkehr in die Champions League nach vier Jahren ist bei mindestens sechs Punkten Vorsprung auf Platz fünf und sechs ausstehenden Spielen greifbar.

Doch diese Euphorie hat nicht alle Schalker ergriffen. Die wechselwilligen Jungstars und Eigengewächse Thilo Kehrer und Max Meyer saßen gegen Freiburg 90 Minuten auf der Bank. Vor allem im Fall von Meyer, dessen ablösefreier Abschied nach zwei abgelehnten Vertragsangeboten beschlossen scheint, ein deutliches Zeichen.

Am Jubel vor der Kurve beteiligte sich der 22-Jährige, der seit neun Jahren in Gelsenkirchen spielt und zum Nationalspieler wurde, eher pflichtbewusst. In der Interviewzone schlich er sich im Rücken der Kollegen weg, wurde trotzdem abgefangen. «Warum soll ich was sagen? Ich habe ja nicht gespielt», erklärte Meyer, der häufig mangelnde Wertschätzung beklagt hatte. Warum er nicht gespielt habe? «Da müssen Sie den Trainer fragen», sagte Meyer und stapfte mürrisch davon.

Trainer Domenico Tedesco wollte seine Maßnahme «gerne» erläutern und begründete sie mit «einem taktischen Grund». Nabil Bentaleb habe «in puncto Frische und Schnelligkeit eben die Nase vorn gehabt». Und Manager Christian Heidel stellte klar: «Ob Max Meyer spielt oder nicht, hat überhaupt nichts mit seiner Vertragssituation zu tun. Wir sind ja nicht doof und schwächen uns selbst.»

Fakt ist: Von Oktober bis Anfang März hatte Meyer außer wegen Gelbsperre in Hoffenheim in allen 20 Pflichtspielen in der Startelf gestanden. In den letzten drei Spielen blieb er zweimal draußen. Die Message war deshalb klar: Es geht bei Schalke auch ohne Max Meyer.

Fotocredits: Ina Fassbender
(dpa)