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Fankultur: Wunderkerzen als Gefahrenquelle?

Fankultur: Wunderkerzen als Gefahrenquelle? Als die Fans des Zweitligisten FC St. Pauli vor dem Heimspiel gegen den SC Paderborn auf ihre Vereinshomepage blickten, konnten sie es kaum glauben: Der Verein wies seine Anhänger darauf hin, dass Wunderkerzen im Stadion verboten seien. Zuvor hatte sich der DFB an den FC St. Pauli gewandt.

Wunderkerzen: DFB drohte FC St. Pauli Sperre an

Die FC-St.-Pauli-Fans erfreuen sich bundesweiter Beliebtheit, weil sie bedingungslos ihren Verein unterstützen. Das gilt allemal im heimischen Millerntor-Stadion, wo über 25 000 Anhänger ihr Team nach vorne peitschen. Das Spektakel beginnt beim Einlauf, zu AC/DCs „Hells Bells“ erscheint die Mannschaft, bei Abendspielen werden sie von vielen Fans mit Wunderkerzen begrüßt. Vor dem Spiel gegen Paderborn nahmen DFB-Verantwortliche jedoch Kontakt mit dem Sicherheitsbeauftragten des Vereins auf und betonten, dass Wunderkerzen unter das Verbot von Pyrotechnik fallen und St.-Pauli-Fans schon öfters negativ in Erscheinung getreten wären. Der Sicherheitsbeauftragte war sofort alarmiert, einem solchen Warnhinweis folgt bei Zuwiderhandlung häufig eine Strafe. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen, die Anhänger im Vorfeld um einen Verzicht zu bitten. Die St.-Pauli-Fans reagierten mit einer Mischung aus Spott, Entsetzen und Wut. Aus Trotz brannten kurz vor dem Spiel mehr Wunderkerzen, als es ansonsten der Fall gewesen wäre.

Sicherheitsdebatte beim Fußball erhitzt die Gemüter

Immer wieder gefährden Feuerwerkskörper gegnerische Fans oder Akteure auf dem Platz. Die allermeisten Fußballfans haben Verständnis, wenn der DFB bei entsprechenden Vorfällen eingreift. In letzter Zeit scheint der DFB den Bogen aber zu überspannen, er will die Fankultur bis ins Kleinste regulieren. Außer einem Trikot, gibt es hier den individuellen Fanschal und Flaggen, die bisher noch unbedenklich eingestuft werden, wobei so manche Anhänger befürchten, dass außer dieser drei Fanartikel, der DFB bald überhaupt nichts mehr erlauben würde. Selbst kleine Regelverletzungen führen zu heftigen Sanktionen und übertriebenen Hinweisen auf die angeblich gefährdete Sicherheit. Wunderkerzen können wohl kaum mit unkontrolliert abgefeuerten Raketen gleichgesetzt werden. Das stellt aber nur den Höhepunkt eines Konflikts zwischen DFB und aktiven Fanszenen dar. Seit Jahren ringen beide Seiten um die Frage, ob ein bengalisches Feuer und ähnlich kontrolliert abbrennbares Feuerwerk freigegeben werden soll. Eine entsprechende Arbeitsgruppe, in der beide Gruppen präsent waren, lotete Einigungsmöglichkeiten aus. Dann brach der DFB die Gespräche aber einseitig ab.

Fans des FC St. Pauli widersetzen sich Wunderkerzenverbot

Aufgrund einer drohenden Strafe bat der FC St. Pauli seine Fans, keine Wunderkerzen beim Heimspiel gegen Paderborn mit ins Stadion zu nehmen. Diese zeigten sich aber rebellisch, im gesamten Stadion brannten Wunderkerzen. Der DFB geriet daraufhin noch stärker ins Kreuzfeuer der Kritik: Fans werfen dem Verband vor, mit übertriebenem Sicherheitsdenken jedwede Fankultur zu ersticken.

Fotoquelle: Bernd S. – Fotolia.com