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DFB-Pokal: Jena unterliegt in Dortmund

Dass der FC Carl Zeiss Jena den Klassenerhalt in der zweiten Liga noch schafft, ist unwahrscheinlich bei elf Punkten Rückstand auf den rettenden Platz 14. Umso erstaunlicher mutet der Siegeszug im DFB-Pokal an. Erst flog der Oberligist FC Gera 03 aus dem Wettbewerb, dann Titelverteidiger 1. FC Nürnberg, Arminia Bielefeld stellte auch keine ernsthafte Hürde dar, schließlich schied der Meister VfB Stuttgart im Elfmeterschießen gegen die Thüringer aus. Gestern stoppte Borussia Dortmund das Überraschungsteam im Halbfinale. Nach einer couragierten Vorstellung unterlag der FC Carl Zeiss beim BVB am Ende noch deutlich mit 3:0.

Trotz einer frühen Rückstands wusste der Zweitligist lange Zeit zu gefallen, besaß bis zur Pause gute Chancen zum Ausgleich. Erst die Gelb-Rote Karte gegen Jenas Spielmacher Jan Simak, der sich gegenüber Schiedsrichter Manuel Gräfe im Ton vergriffen hatte, und der zweite Dortmunder Treffer zwanzig Minuten vor Schluss stellten die Weichen. Tinga, Klimowicz und Petric sicherten dem BVB mit ihren Treffern die Reise zum Pokalfinale nach Berlin.

Sollte heute Bayern München gegen den VfL Wolfsburg ins Endspiel einziehen, würde Borussia Dortmund in der nächsten Saison im Uefa-Cup antreten – weil Bayern sich mit großer Wahrscheinlichkeit für die Champions League qualifizieren wird. So fände eine verkorkste Saison der im Niemandsland der Bundesliga dümpelnder Dortmunder noch ein schönes Ende.

Im DFB-Pokal teilen sich die Kontrahenten die Einnahmen, deswegen war das Auswärtsspiel für Jena finanziell ein gutes Los. Mit 80.708 Zuschauern, so viel wie nie zuvor bei einem DFB-Pokalspiel, war die Dortmunder Arena ausverkauft. Jena kennt solche Dimensionen aus seiner großen Vergangenheit. 80.000 Zuschauer bei einem Spiel des FC Carl Zeiss gab es zuletzt am 22. April 1981 im Europacup-Halbfinale bei Benfica Lissabon. Jena erreichte das Endspiel des Europacups der Pokalsieger gegen Dynamo Tiflis. Bis heute ist das der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Trainer war übrigens ein gewisser Hans Meyer.