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Chicharitos Torflaute lässt Bayer im Mittelmaß versinken

Leverkusen – Vom Torgaranten zum Fehlschützen: Javier Hernández, genannt Chicharito, ist die Leichtigkeit abhanden gekommen.

«Da sieht man, dass so eine Statistik anscheinend auch an einem erfahrenen Spieler wie ihm nicht spurlos vorbei geht», sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt nach dem 1:1 (0:1) gegen den SC Freiburg. Seit sieben Bundesliga-Partien und insgesamt 456 Minuten ist Leverkusens Angreifer nun ohne Torerfolg. Selbst Elfmeter wollen dem Mexikaner nicht mehr gelingen.

«Extrem ungewöhnlich», sagte Schmidt, hatte Chicharito in der 88. Minute den Strafstoß zum möglichen Siegtreffer ausgeführt. Der 28-Jährige schoss mittig aufs Freiburger Tor, SC-Keeper Alexander Schwolow blieb stehen und verhinderte per Fußabwehr am Samstag den späten Bayer-Triumph. «Ich habe intuitiv reagiert», meinte Schwolow, der eine bemerkenswerte Serie von Leverkusener Fehlschüssen vom Elfmeterpunkt verlängerte.

Keinen ihrer vier Strafstöße in dieser Saison konnte die Werkself verwerten: Im zurückliegenden Heimspiel gegen Leipzig (2:3) hatte Hakan Calhanoglu vergeben. Zuvor scheiterten in dieser Saison Charles Aranguiz gegen Augsburg (0:0) und auch Chicharito, der in Frankfurt (1:2) ebenfalls in der Schlussphase den Pfosten traf.

Der Mexikaner steht sinnbildlich für die Leverkusener Torflaute. In der Vorsaison hatte er mit 17 Treffern in 28 Partien großen Anteil am Einzug des Bayer-Teams in die Champions League. Auch die laufende Spielzeit begann mit fünf Toren gut. Doch seinen bislang letzten Pflichtspieltreffer erzielte er am 1. Oktober. Nur zwei Spiele konnte Bayer seitdem gewinnen. Abgesehen vom vergebenen Strafstoß scheiterte der frühere Profi von Manchester United mehrmals mit guten Chancen gegen Schwolow. «Ich weiß, dass er sich am meisten ärgert. Er hat früher schon viele Elfmeter sicher verwandelt», sagte Schmidt.

Der Coach gab sich große Mühe, seinen Angreifer mental aufzubauen. «Chicharito hat viel gearbeitet und hätte sich den Siegtreffer verdient. Ich bin davon überzeugt, dass er im weiteren Saisonverlauf auch wieder trifft.» Schmidt muss sorgsam mit seinen verbliebenen Angreifern umgehen. Kevin Volland fällt wegen eines komplexen Muskelfaserrisses im Oberschenkel rund acht Wochen aus. Zudem steht Admir Mehmedi (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) vorerst nicht zur Verfügung. Gegen Freiburg traf Calhanoglu (60.) und egalisierte vor 27 111 Zuschauern die Führung der Gäste durch Janik Haberer (30.). Der 32-jährige Stefan Kießling wurde erneut erst in der Schlussphase eingewechselt.

Ohne Durchschlagskraft in der Offensive ist der Champions-League-Achtelfinalist vorerst nur Mittelmaß in der Bundesliga-Tabelle. «Wir haben den Anspruch, ein Heimspiel gegen Freiburg zu gewinnen. Das haben wir nicht geschafft. Uns fehlt ein bisschen das Selbstbewusstsein, die Torchancen auch zu nutzen», sagte Angreifer Julian Brandt.

Die 20 Treffer, die Leverkusen in den bisherigen 13 Saisonspielen in der Bundesliga erzielen konnte, reichten zu 17 Punkten und zum neunten Platz. Bis zur Winterpause soll der Abstand zu den internationalen Rängen verkürzt werden. «Wir haben bis Weihnachten noch vier Spiele, die wir sehr gerne gewinnen würden. Kopf hoch und weiter geht`s», sagte Brandt.

Fotocredits: Marius Becker
(dpa)