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Chelsea-Matchwinner Hazard will der neue Ronaldo werden

Baku – Erst war er der umjubelte Held, dann wurde er noch auf dem Platz zur Spaßbremse. Mitten in die Euphorie des Europa-League-Titels kündigte Matchwinner Eden Hazard seinen Abschied vom FC Chelsea zu Real Madrid an.

«Ich denke, das ist ein Goodbye», sagte der Belgier nach dem 4:1 (0:0) im Endspiel gegen den Londoner Stadt-Rivalen FC Arsenal. Bei Real soll er so etwas wie der neue Ronaldo werden. Am Mittwoch in Baku zeigte er wieder einmal, dass er das Zeug dazu hat.

Hazards Laune war danach blendend, er jubelte ausgelassen und spritzte den an Krücken mitfeiernden Nationalspieler Antonio Rüdiger mit einer Wasser-Fontäne nass. Für manch anderen war die eigentlich gar nicht so überraschende Ankündigung ein Stimmungskiller. Die «Daily Mail» sprach von «Partygift».

Hazard, der mit zwei Toren und einer Vorlage wie schon bei der WM im Vorjahr seine Extraklasse unter Beweis stellte, wird wohl für 130 Millionen Euro zu Real wechseln und dort mit einem Jahr Verspätung Nachfolger Ronaldos. Er steht nun sinnbildlich dafür: Der Europacup-Sieg ist für die Blues nicht zwangsläufig der Start von etwas Großem. Chelsea steht vor einer ungewissen Zukunft.

Denn auch der Verbleib des von Juventus Turin umworbenen Trainers Maurizio Sarri ist offen. Doch der Italiener tendiert inzwischen offenbar zum Bleiben. «Meiner Meinung nach hätte ich es verdient zu bleiben», sagte der Coach, der während der Saison oft in der Kritik stand: «Aber meine Meinung ist nicht genug. Wir müssen uns zusammensetzen und uns fragen, was ich für Chelsea tun kann und was Chelsea für mich tun kann.»

Auch das Verhältnis zwischen Sarri und Hazard war in dieser Saison nicht immer einfach. Der Superstar wollte schon im Vorjahr zu Real, als Ronaldo zu Juve ging. Der geplatzte Wechsel frustrierte ihn. «Ich habe zwei oder drei Monate gebraucht, bis ich ihn als Mensch verstanden habe», sagte Sarri am Mittwoch.

Tags zuvor hatte der Coach ausgeplaudert, dass ihn das etwas schlampige Genie manchmal in den Wahnsinn treibe. «In den Spielen ist es eine Freude mit ihm. In der Woche ist es manchmal ein Problem», hatte er gesagt: «Es ist ein Problem, weil er so ein großes Talent ist. Während des Trainings langweilt er sich manchmal.» Wenn er hart arbeite, könne der ältere Bruder des von Mönchengladbach nach Dortmund wechselnden Thorgan Hazard aber «der beste Spieler der Welt werden». Das bewies er am Mittwoch bei seiner Final-Gala eindrucksvoll.

Nun steht Chelsea vor einem großen Umbruch. Leistungsträger wie Kapitän César Azpilicueta (29), Willian (30), Pedro, Gonzalo Higuaín (beide 31), David Luiz und Olivier Giroud (beide 32) sind in die Jahre gekommen. Umso bitterer ist der Abschied des besten Spielers. Der bat um Verständnis. «Mein Traum war es, in der Premier League zu spielen. Das habe ich sieben Jahre gemacht», sagte er: «Nun ist es Zeit für eine neue Herausforderung.»

Mit der Verkündung hätte er aber vielleicht bis nach der Feier warten können.

Fotocredits: Arne Dedert
(dpa)

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