» Fußball EM 2008
Bereits in der 10. Minute des entscheidenden Spiels zwischen Frankreich und Italien müssen die Franzosen auf einen Schlüsselspieler verzichten. Franck Ribery musste nach einem von ihm selbst begangenen Foul an Zambrotta ausgewechselt werden. Eine genaue Diagnose für die Verletzung des Mittelfeldspielers vom FC Bayern München ergab den Verdacht auf Unterschenkelbruch. Wie sich aber nun herausstellte, handelt sich um einen Syndemoseriss, der eine Pause von sechs bis acht Wochen erfordert
Wie schwer der Ausfall von Ribery wiegt, zeigt die Führung der Italiener durch einen Elfmeter nach einem Foul an Luca Toni – Torschütze Andrea Pirlo.
*Update* Ribery wird voraussichtlich am 27. September beim Auswärtsspiel des FC Bayern München gegen Hannover 96 wieder dabei sein. Hoffentlich findet er bald zu seiner Form zurück - so ein Spieler ist für die Bundesliga einfach unersetzlich. [...mehr]
Gestern noch gejubelt und ganz Deutschland freute sich den ganzen Tag über den Einzug ins Viertelfinale und dann kommt doch noch eine Hiobsbotschaft, wie sie schlimmer nicht hätte sein können.
Torsten Frings hat sich gestern bei einem Zusammenprall mit einem österreichischen Spieler allen Anschein nach einen Rippenbruch zugezogen. Somit dürfte sein Einsatz im defensiven Mittelfeld am Donnerstag sehr fraglich sein. Denn in zwei Tagen kann selbst Dr. Müller Wohlfahrt keine Heilung herbeizaubern.
Sollte Frings gegen Portugal fehlen, wäre es ein derber Verlust, denn gerade gegen die spielstarken Portugiesen wäre Torsten Frings enorm wichtig.
Jetzt kommen schon wieder dunkle Erinnerungen bei mir hoch. Gegen Italien 2006 konnte Frings auch nicht spielen und dann … (lassen wir es lieber). Jetzt ist die Moral der Mannschaft gefragt, in wie weit sie den möglichen Verlust kompensieren kann. Einen mögliche Ersatz möchte ich hier noch nicht nennen.
Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Es besteht auch die Möglichkeit für Torsten Frings mit einem angefertigten Carbonpanzer zu spielen, der die Rippen bestmöglich schützen soll.
Wir werden sehen und drücken die Daumen, dass er spielen kann. [...mehr]
“Ein Schuss des Spielers mit der Nummer 13, der schneller flog, als Michael Schumachers Ferrari auf der Geraden raste. Ein Wunder, dass das Netz diesen Ball halten konnte.”
Philipp Selldorf wird in der Süddeutschen Zeitung narrisch beim 1:0 von Michael Ballack gegen Österreich.
“Wir leben in Frankreich, da ist es normal, dass Köpfe rollen!”
Der französische Revolutionär Emmanuel Petit, Weltmeister von 1998, fordert den Rauswurf von Trainer Raymond Domenech.
Und noch etwas aus dem Geschichte-Leistungskurs. Oberlehrer Otto Rehhakles relativiert das EM-Aus der Griechen:
“Die Akropolis steht seit 3000 Jahren, und wenn wir in 200 Jahren nicht mehr da sind, dann steht sie immer noch.”
“Du zählst ja auch immer den Weg zur Trinkflasche draußen mit.”
Torsten Frings analysiert die phänomenalen Laufwege von Michael Ballack im Spiel.
“Zu schnell würde ich nicht sagen. Aber wir waren zu langsam.”
Der Türke Hamit Altintop überträgt die Relativitätstheorie auf den Fußball, als er nach dem 0:2 gegen Portugal gefragt wird, ob dessen Stürmer zu schnell waren.
Wien bleibt Wien: Michael Ballack ließ den österreichischen Traum vom Cordoba 2008 kurz nach dem Seitenwechsel mit einem fulminant getretenen Freistoß in den rechten Winkel platzen. Souverän war die Leistung des Teams von Bundestrainer Joachim Löw nicht, doch gegen die harmlosen Österreicher reichte es.
Im Wiener Ernst-Happel-Stadion war vor allem Mario Gomez ein Nervenbündel. Der Noch-Stuttgarter brachte das sensationelle Kunststück fertig, eine Vorlage von Miroslav Klose aus zwei Metern Entfernung nicht zu verwandeln. “Mario Gomez hat schon hervorragende Qualitäten. Ihm fehlt ein Tor, das würde seinem Selbstwertgefühl gut tun”, nahm Löw den Stürmer in Schutz.
Vier Minuten nach dem Seitenwechsel drosch der bis zu diesem Zeitpunkt schwache Ballack einen Freistoß zum 1:0 in die Maschen. Die Abwehr um Jens Lehmann, Per Mertesacker und Christoph Metzelder hielt den zahlreichen, aber ungeordneten Angriffen der Österreicher stand, doch Akzente konnte die DFB-Elf kaum setzen. In der Schlussphase vergaben Miroslav Klose und der eingewechselte Neuville beste Möglichkeiten, das Ergebnis zu erhöhen. Der Kapitän sagte nach dem Spiel: “Für uns stand viel auf dem Spiel. Wir konnten nur verlieren. Es war klar, dass wir nicht locker und gelöst auftreten konnten.”
Abseits des Spielfelds drängte der vierte Mann ins Rampenlicht. Der Slowene gängelte Löw und den österreichischen Trainer Josef Hickersberger permanant, obwohl beide regelkonform in der Coachingzone agierten. Schließlich schickte Schiedsrichter Manuel Mejuto Gonzalez beide Trainer in der 40. Minute auf die Tribüne, wo Löw kurz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel fachsimpelte. [...mehr]
Was für eine Befreiung dank des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft. Mit einem grandiosen Freistoß in den Winkel öffnete er für Deutschland das Tor zum Viertelfinale. Unglaublich mit wie viel Power der Ball geschossen wurde – ein Weltklasse-Tor!
In der Gruppe C kommt es zum Showdown um den 2. Tabellenplatz. Die Niederlande stehen souverän als Sieger fest. Rumänien (2 Punkte), Italien (1) und Frankreich (1) müssen rechnen. Wir fassen die komplizierte Materie das noch einmal zusammen:
Frankreich erreicht das Viertelfinale nur mit einem Sieg über Italien, wenn Rumänien nicht gegen die Niederlande gewinnt.
Italien erreicht das Viertelfinale mit einem Sieg über Frankreich, wenn Rumänien nicht gegen die Niederlande gewinnt. Oder mit einem Unentschieden gegen Frankreich, das 1:1 oder höher ausfällt, wenn Rumänien gegen die Niederlande verliert. In diesem Fall hätten alle Teams zwei Punkte und in den Direktbegegnungen gleich viele Punkte mit ausgeglichenem Torverhältnis geholt. Dann entscheidet die Anzahl der erzielten Tore aus den drei Unentschieden.
Italien kommt bei einem 0:0 gegen Frankreich weiter, wenn Rumänien gegen die Niederlande 0:3 verliert. In diesem Fall wäre das Punkt- und Torverhältnis aus den Direktbegegnungen der drei betroffenen Teams für Italien und Rumänien (2 Punkte, 1:1 Tore) und auch die Gesamttordifferenz der beiden Mannschaften gleich. Der Uefa-Koeffizient entscheidet dann zugunsten der Italiener.
Rumänien erreicht das Viertelfinale mit einem Sieg über die Niederlande. Oder mit einem Remis gegen die Niederlande bei Punkteteilung in der Partie Italien gegen Frankreich. Oder bei einer Niederlage gegen die Niederlande mit zwei Toren Differenz, wenn Italien gegen Frankreich 0:0 spielt. In diesem Fall wäre das Punkt- und Torverhältnis aus den Direktbegegnungen der drei betroffenen Teams für Italien und Rumänien gleich (2 Punkte, 1:1 Tore). Dann würde die Gesamttordifferenz der beiden Mannschaften entscheiden. Auch ein 1:4 oder 2:5 von Rumänien würde dann reichen. [...mehr]
“Die Deutschen werden sich in die Hosen scheißen.”
Da spricht Chancentod Martin Harnik wohl aus eigener Erfahrung. Wenn der österreichische Stürmer auf das gegnerische Tor schießt, wundert man sich, dass der Schiedsrichter nicht aus Versehen auf Rückpass entscheidet und Freistoß pfeift.
“Deutsche Badegäste am Wörthersee… Hat den Deutschen irgendein Ungustl vor dem Spiel das Salatdressing mit Narkotika versetzt? Oder waren die feinen Herren auf der Fanmeile zum Komatrinken unterwegs?”
Der Kurier aus Österreich kommentiert Deutschlands 1:2 gegen Kroatien.
“Viele Sachen entstehen unter Druck: Öl, Diamanten - so gesehen braucht man Druck.”
Teammanager Oliver Bierhoff gewinnt dem Druck, gegen die schier übermächtigen Österreicher gewinnen zu müssen, nur Positves ab.
“An diesem Samstag heiratet Wayne Rooney seine Lebensgefährtin Coleen McLaughlin. Böse Zungen sagen, dass auf die Bordelle in Manchester nun magere Zeiten zukommen, wozu noch bösere Zungen fragen: Warum?”
Christian Zaschke gedenkt der nicht qualifizierten Engländer in der Süddeutschen Zeitung.
Und eine verbale Entgleisung: In der ZDF-Sendung Nachgetreten! leistete sich Elton, ein Möchte-gern-Comedian, den tiefsten Tiefpunkt dieser dümmlichen Show. Das Niveau bewegt sich auf der Höhe von Holländer fahren Wohnwagen, Rumänen klauen:
“Die Holländer sind so lieb, die nehmen Kinder auf den Arm? Hitler hat auch Kinder auf den Arm genommen. Ist der jetzt auch sympathisch?”
Weitere schöne Worte
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Ade les Bleus, ciao Italia - die Niederländer haben die WM-Finalisten von 2006 vom Platz gefegt. Dem 3:0 gegen Italien folgte ein 4:1 (1:0) gegen Frankreich. Sind diese Oranjes überhaupt zu besiegen?
Alles eine Frage der Aufstellung: Während die meisten Teams mit zwei “Sechsern” zunächst die Defensive betonen, vertraut der Bondscoach Marco van Basten seinen Konter-Künstlern. Die flinken und angriffslustigen Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart ergänzte van Basten in der zweiten Halbzeit gegen die Equipe Tricolore noch mit Arjen Robben und Robin van Persie. Bis auf den Hamburger trafen sie alle, und auch van der Vaart kurbelte mächtig das Spiel an. Nur Nigel de Jong sicherte im Mittelfeld nach hinten ab. Da auch noch der Stürmer Dirk Kuyt einköpfte, brauchte es gestern gar keinen Treffer von Torjäger Ruud van Nistelrooy.
Wer also gegen die Elftal gewinnen will, muss schon drei oder vier Tore schießen. Das allerdings erscheint nicht unmöglich. Das Prunkstück der Niederländer ist die Abwehr so gar nicht. Die Verteidiger Andre Ooijer, Khalid Boulahrouz und Joris Mathijsen wirkten eher hölzern und ließen Franck Ribéry eifrig wirbeln, jedoch an Torhüter Edwin van der Sar scheitern, der krakenartig und blitzschnell Arme und Beine ausfuhr.
Van Basten hat viel Kritik einstecken müssen, weil er vom heiligen 4-3-3-System abgewichen ist. Vor allem “König” Johann Cruyff witterte Verrat an der niederländischen Fußballphilosophie. Zu Unrecht, die Elftal spielt offensiv wie eh und je, ist jedoch schwerer auszurechnen geschweige denn aufzuhalten: Im System van Bastens ist van Nistelrooy in vorderster Front stets anspielbar, über die Außen rücken van Bronckhorst, Robben oder van Persie mit wahnsinnigem Tempo nach und reißen so die Flügel auf. “Wir sind sehr glücklich”, sagte van Basten nach dem Spektakel von Bern, “wenn du erst Italien und dann Frankreich schlägst, und dann noch mit solchen Resultaten, kannst du nur äußerst zufrieden sein.”
Die Elftal ist nicht nur lebensfroher Gruppensieger in der “Todesgruppe” C, besser noch, das Team kann sich den Halbfinalgegner quasi aussuchen. Da der stets hochgewettete Mitfavorit Spanien bei Turnieren mit erstaunlicher Konstanz spätestens im Viertelfinale ausscheidet, diesmal gegen den Zweiten aus C, treffen die Niederländer im Halbfinale, das Viertelfinale setzte ich mal oranjeäugig voraus, wieder auf den Kontrahenten aus der eigenen Gruppe. Ließen sie im letzten Gruppenspiel am Dienstag Rumänien gewinnen, wäre dies Rumänien. Eine verlockende Aussicht, Frankreich und Italien so zu eliminieren, aber bei den fulminanten Auftrittten der Oranjes scheint dies undenkbar. Und ich käme um mein klingelndes Fahrradkorso über den Kurfürstendamm - gestern nicht nur im Oranje-Shirt, sondern auch in hellblauen Socken. [...mehr]
Eines muss man neidlos eingestehen: wie die Niederlande bei dieser EM auftritt, ist phänomenal. Nicht nur, dass sie schönen Fußball spielen - sie fertigen auf diese Art und Weise auch einen Favoriten nach dem Nächsten ab.
Das 3:0 gegen Italien am vergangenen Montag war ein erster Hinweis auf die spielerische Klasse der Holländer. Mit ihrem offensiven Spiel setzten sie den Italiener mächtig zu und brachten ihnen schließlich ihre höchste EM Niederlage bei. Dabei sorgte vor allem Wesley Sneijder für Akzente. Er war es schließlich auch, der den Schlusspunkt gegen Frankreich setzte. [...mehr]
Bastian Schweinsteiger wurde heute nach seiner roten Karte von der UEFA für das Spiel gegen Österreich gesperrt. Die Aktion in der Nachspielzeit bewertete die zuständige Kommission als Unsportlichkeit, nicht aber als Tätlichkeit.
Schweinsteiger hatte den kroatischen Spieler Jerko Leko weggeschubst, nachdem dieser ihn zuvor bei der Ballannahme und dem nachfolgenden Abspiel gestört hatte. Der deutsche Mittelfeldspieler begründete seine Reaktion auf der DFB Homepage mit einer Blessur am Knöchel, die bei dem Zusammenprall mit dem Kroaten wieder merkbar wurde.
Für all diejenigen, die die Aktion nicht sehen konnten, oder aber noch mal ansehen möchten, steht folgendes Video bereit:









