» Fußball EM 2008
Ein kleines Sommermärchen dürfen die deutschen Fußballer doch noch feiern: 27 Tage nach der Niederlage der A-Nationalelf im EM-Finale gegen Spanien hat der U19-Nachwuchs den ersten Junioren-Titel seit 1992 gewonnen. Im Endspiel der EM in Tschechien besiegte das Team von Trainer Horst Hrubesch Italien 3:1 (1: 0). Ein souveräner Erfolg der deutschen Junioren, die das ganze Turnier über unbesiegt blieben.
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Am heutigen Montag startet die U19-Europameisterschaft in Tschechien und mit von der Partie ist auch die Jugendauswahl von Deutschland. Die von Horst Hrubesch trainierte Mannschaft muss sich in ihrer Gruppe gegen Spanien, Bulgarien und Ungarn durchsetzen. In der zweiten Gruppe treten Gastgeber Tschechien, England, Griechenland und Italien gegeneinander an.
Trotz der schweren Konstellation hat Trainer Horst Hrubesch den Titel als Ziel ausgegeben, dabei muss aber zunächst die größte Hürde, Spanien, genommen werden. Die Iberer haben von den letzten sechs großen Turnieren im Jugendbereich allein vier gewonnen und streben auch in diesem Jahr den Gewinn der Europameisterschaft an. Bereits am heutigen Montag hat nun die deutsche Elf die Gelegenheit den Spaniern ein Bein zu stellen. Anstoß der Partie, die live auf Eurosport übertragen wird, ist um 19.30 Uhr.
Aber auch die anderen beiden Gruppengegner dürfen nicht unterschätzt werden, so muss sich Deutschland auch bei den kommenden Aufgaben gegen Bulgarien (17.7 – 20.30 Uhr) und Ungarn (20.7 -20 Uhr) konzentrieren.
Kader von Deutschland:
Tor: Tom Mickel (Energie Cottbus), Ron-Robert Zieler (Manchester United)
Abwehr: Florian Jungwirth (TSV 1860 München), Dennis Diekmeier (Werder Bremen), Björn Kopplin (Bayern München), Stefan Reinartz (Bayer Leverkusen), Ömer Toprak (SC Freiburg)
Mittelfeld: Lars Bender (TSV 1860 München), Sven Bender (TSV 1860 München), Timo Gebhart (TSV 1860 München), Danny Latza (FC Schalke 04), Bastian Oczipka (Bayer Leverkusen), Marcel Risse (Bayer Leverkusen), Mario Vrancic (FSV Mainz 05)
Sturm: Deniz Naki (Bayer Leverkusen), Savio Nsereko (Brescia Calcio), Rahman Soyudogru (SC Freiburg), Richard Sukuta-Pasu (Bayer Leverkusen) [...mehr]
El País (Spanien): “Das spanische Nationalteam war klar überlegen. Letztlich war es der EM-Sieg für das Team, das am besten gespielt, die meisten Tore geschossen, den größten Stil gezeigt und den Weltmeister ausgeschaltet hat.”
Marca (Spanien): “Es ist kein Traum mehr, es ist Wirklichkeit. Wir sind Meister! Wir sind die Könige Europas. Jahrzehnte des Schwermuts sind nun vorbei.”
AS (Spanien): “Campeones! Spanien verführt Europa! Es war herrlich, gerecht und notwendig.”
The Independent (England): “Torres‘ Blitz aus Stahl und Können fertigt schwerfällige Deutsche ab. Es war der Moment, als der strahlendste der jungen Matadore einen sehr sturen, mürrischen alten Stier erledigte.”
Blick (Schweiz): “Tooooorres schießt deutsche Ballermänner ab.”
Ekstra Bladet (Dänemark): “Torres ließ den deutschen Dreikäsehoch Lahm aussehen wie einen Schellzug mit Motorschaden.” [...mehr]
Die Uefa hat den All Star Kader der Euro 2008 nominiert, mit sieben Spielern stellt Europameister Spanien das größte Kontingent. Spaniens Mittelfeldspieler Xavi ist von der Technischen Kommission der Uefa zum besten “Spieler des Turniers” gewählt worden. Drei Deutsche sind unter den besten Kickern Europas: Michael Ballack, Philipp Lahm und Lukas Podolski.
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Bundestrainer Joachim Löw: “Wir können mit dem Turnier insgesamt sehr zufrieden sein, die Mannschaft hat Großartiges geleistet. Diese Niederlage wird für uns Anspron sein, in den nächsten zwei Jahren an gewissen Dingen arbeiten, um uns für die WM zu qualifizieren. In den ersten 15 Minuten hatten wir das Spiel gut im Griff und haben dann unseren Rhythmus etwas verloren. Wenn wir die letzten zwei Jahre sehen, sind wir in Europa schon weit vorn. Allerdings haben wir in dieser Zeit auch auf einem spielerischen Niveau gespielt, das wir bei der EM nicht in jedem Spiel erreichen konnten. Vielleicht lag es bei dem ein oder anderen Spieler auch an dem Druck.”
Luis Aragonés, Trainer Spaniens: “Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, die fantastisch spielt. Alle arbeiten zusammen. Es ist ein glücklicher Tag für Spanien, weil wir das Turnier auf brillante Weise gewonnen haben. Wir waren am Anfang nervös, da waren die Deutschen besser, erst nach einer Viertelstunde waren wir besser, da war ich mir sicher, dass wir gewinnen würden.”
Michael Ballack: “Wir haben eine hervorragende EM gespielt und sind jetzt natürlich enttäuscht. Aber Spanien hat nicht unverdient gewonnen. Gestern hatte ich noch nicht daran gedacht, spielen zu können, aber dank unserer medizinischen Abteilung konnte ich doch auflaufen.”
Iker Casillas: “Am Ende haben wir uns wirklich durchgesetzt. Als der Schiedsrichter abgepfiffen hat, verspürte ich eine immense Freude. Aber ich spüre auch sehr viel Müdigkeit.”
Jens Lehmann: “Wir stehen leider auf der Seite, die nichts zu feiern hat, und das ist sehr frustrierend. Die Enttäuschung wird erst in den kommenden Wochen, Monaten oder Jahren kommen. Ich habe mir zum Ziel gemacht, den Titel zu gewinnen, und wenn man dann kurz davor steht, ist es doppelt enttäuschend. Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers.”
Cesc Fábregas: “Es ist fantastisch. Das ist mein schönster Tag als Spieler. Ich denke nicht, dass uns bewusst ist, was wir geschafft haben. Nach 44 Jahren. Das war einer meiner Träume und ich habe ihn verwirklicht. Wir haben schönen Fußball gespielt, und wir haben schließlich verdient Erfolg gehabt. Wir sind ein junges Team und wir werden versuchen, auch in zwei Jahren den WM-Titel zu gewinnen.”
Philipp Lahm: “Wir haben nicht so gut nach vorne gespielt, wie wir das erhofft hatten. Unser Kombinationsspiel war nicht so zielstrebig. Jetzt ist schlechte Stimmung. Wir wollten den Titel holen, das ist uns nicht gelungen.”
Fernando Torres: “Lahm war vor dem Tor in einer besseren Situation, aber im entscheidenden Augenblick hat er nachgelassen, das war mein Vorteil. Das sind Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Aragonés ist wie ein weiterer Spieler, er mag den Ball, er mag guten Fußball. Wir wussten, es ist sein letztes Spiel, und wir sind sehr glücklich, dass wir ihm diesen Titel schenken konnten.” [...mehr]
Fernando Torres schoss Spanien zum EM-Titel, dem ersten seit 44 Jahren. Es war eine verdiente Niederlage für die Deutschen, die den Spaniern im Finale der Europameisterschaft vor allem in Technik, Passpräzision und Eleganz unterlegen waren. In der Schlussphase fehlte dem Team von Bundestrainer Joachim Löw die letzte Leidenschaft, um das Spiel noch zu drehen.
“So ein Spiel muss man jetzt erst einmal verdauen. Ich glaube, wir müssen heute die hohe Qualität der Spanier anerkennen”, analysierte Löw treffend. Dabei sah es zehn Minuten so aus, als könnten die Deutschen an das Spiel gegen Portugal anknüpfen. Doch dann fanden die Spanier besser ins Spiel und übernahmen das Kommando.
Mit ihrem überragenden Passspiel legten sie sich die Deutschen zurecht, um im rechten Moment zuzuschlagen. In der 33. Minute war der Zeitpunkt gekommen: Xavi passte steil auf Torres, Philipp Lahm hatte klären können, ließ sich jedoch in einer merkwürdigen Anwandlung von Lethargie überlaufen, und der spanische Torjäger lupfte den Ball über den herausstürzenden Jens Lehmann, der jedoch einen Tick zu früh abtauchte, ins Tor.
Die Deutschen wirkten in der Folge geschockt, während das Team von Trainer Luis Aragonés One-Touch-Fußball zelebrierte. Dazu kam, dass Kapitän Michael Ballack, für dessen Einsatz wegen einer Wadenblessur erst kurz vor dem Spiel Carte blanche gab, am Kopf blutend minutenlang draußen behandelt wurde.
In der Pause musste Philipp Lahm verletzt ausgewechselt werden, für den trotz des Fehlers besten Deutschen im Turnier kam Marcell Jansen ins Spiel. Spanien blieb überlegen, Lehmann hielt sein Team mit zwei spektakulären Paraden gegen Xavi (54.) und Torres (56.). Löws Team kämpfte, doch die Spanier standen tief und machten die Räume eng. Ballack fehlten die Ideen, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski mühten sich vergebens. Podolski gelang kein einziges Tempodribbling, Schweinsteigers Standards waren zu ungenau. Miroslav Klose blieb ebenso blass im Sturm wie die später eingewechselten Kevin Kuranyi und Mario Gomez.
Die Spanier spielten sicher und abgeklärt, schließlich konnte Kapitän Casillas nach 44 Jahren wieder den EM-Pokal in die Höhe recken. Es war ein verdienter Erfolg der Spanier, die jedes ihrer sechs Spiele gewannen und den schönsten Fußball zeigten. Das deutsche Team konnte im Finale zu wenige der Ideale von Bundestrainer Löw umsetzen, doch um die Zukunft muss einem nicht bange sein: Lahm, Podolski, Schweinsteiger, Mertesacker, Gomez und Jansen sind noch jung, dazu kommen Talente wie Adler, Helmes und Marin. Was auch Bundeskanzlerin Angela Merkel so einschätzte: “Ich habe Michael Ballack gesagt, dass wir wohl noch ein bisschen warten müssen, bis wir ganz doll feiern können.” [...mehr]
Egal wie das Finale am Sonntag auch enden wird - die deutsche Mannschaft wird einen Tag später, wie schon nach der WM 2006, mit den Fans am Brandenburger Tor feiern.
Erwartet wird die Mannschaft ab 14.30 Uhr, bereits 20 Minuten vorher beginnen die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF mit ihrer Live-Übertragung.
Damit scheint eine alte Tradition beendet zu sein. Denn früher war es üblich, dass die Mannschaft nach erfolgreichen Turnieren ihren Fans vom Frankfurter Römer aus zujubelte. Letztmalig ist dies nach der WM 2002, bei der die deutsche Mannschaft Zweiter wurde, passiert. Frankfurt ist zwar die Zentrale des Deutschen Fußballbundes (DFB), aber laut Joachim Löw ist „Berlin … für uns etwas Besonderes” (FAZ).
Bei der WM 2002 wurde man Zweiter, 2006 Dritter - Zeit also, endlich mal als Sieger vor die Fans zu treten. Dies sieht auch Torsten Frings so, der am liebsten mit dem Pokal in den Händen vor den deutschen Fans stehen würde. Für die Fans öffnet die Fanmeile übrigens bereits ab 10 Uhr. Und für die Frankfurter und alle anderen Fußballfans, die nicht dabei sein können, gibt es ja immer noch das gute alte Fernsehgerät… [...mehr]
El Pais (Spanien): “Unvergesslich! Traumhafte Partie der Spanier!”
Süddeutsche Zeitung: Die vermutlich schlechteste Turniernation der Welt zieht nach 24 Jahren wieder ins Finale eines großen Fußballturniers ein. Dort wartet ausgerechnet die wohl beste Turniernation der Welt. Das bereitet den Spaniern selbst nach der formidablen Vorstellung Sorgen.
Vatan (Türkei): “Unglücklicherweise haben wir diesmal in der letzten Kriegsminute verloren. Das kann passieren. Unser Kopf ist erhoben. Danke Jungs. Danke Terim. Sie sind im Finale, Wir sind die Champions.”
Kurier (Österreich): “Glücksritter. Deutschland schlug die Türken mit den eigenen Waffen. Die Türkei spielte fulminant - Deutschland siegte türkisch … Sie hatten mehr Glück als Verstand.”
Berner Zeitung (Schweiz): “Deutschland hat sich mit Rumpelfußball im Quadrat für das Endspiel am Sonntag in Wien qualifiziert.”
Spiegel Online: “Als man glaubte, Lahm habe das Spiel mit seiner Flanke auf Klose entschieden, verhinderte er die Flanke vor dem Ausgleich nicht. Und als man glaubte, Lahm werde der tragische Held, schoss er in der letzten Minute den Siegtreffer selbst. Unglaublich.”
The Sun (England): “Typisches, schreckliches, wunderbares Deutschland!” [...mehr]
Vermutlich muss Spanien im Finale auf seinen besten Torschützen David Villa verzichten. Die Verletzung, die sich der Stürmer im Halbfinalspiel gegen Russland zugezogen hat, wurde vom medizinischen Stab als Bänderdehnung diagnostiziert. Villa, noch beim FC Valencia angestellt, musste bereits nach 34 Minuten ausgewechselt werden. Trainer Aragonas meinte dazu: „Villa hat sich eine Bänderdehnung am linken Knöchel zugezogen. Es ist keine schwere Verletzung, aber er wird das Finale vielleicht verpassen”. Vermutlich wird Daniel Guiza den Stürmer ersetzen, der momentan mit vier Treffern an der Spitze der Torjägerliste steht. [...mehr]
Seit gestern Abend steht es fest, im Finale der Europameisterschaft 2008 treffen Deutschland und Spanien aufeinander. Die Deutschen mit etwas Glück und jeder Menge Effizienz, während Spanien mit einem Offensivfeuerwerk ins Finale stürmte.
Man muss sich eigentlich nur einige Fakten vor Augen führen, um zu erkennen, welche Mammut-Aufgabe Deutschland im Finale zu bewältigen. Spanien ist seit 21 Spielen ungeschlagen, Russland erhielt während der EM acht Gegentore – sieben Mal trafen die Spanier, keine Mannschaft schoss öfter aufs Tor und keine andere Mannschaft spielte so viele Pässe. Allein die Statistiken degradieren die deutsche Mannschaft zum Underdog, aber genau diese Rolle scheint ihr zu liegen. Ausgerechnet gegen Portugal, die in der Vorrunde überragend gespielt haben, gelang es dem Team um Kapitän Michael Ballack alle Fähigkeiten abzurufen. In der spielerischen Leichtigkeit könnte auch der Schlüssel liegen, denn Italien sowie Schweden ist es zunächst auch schon gelungen die Kreativität der Spanier einzudämmen oder kaum entfalten zu lassen. Daran sollte sich Bundestrainer Löw orientieren, weshalb die im Achtelfinale eingeführte Formation auch der Schlüssel für das Finale sein wird.
Deutschland: Lehmann - A. Friedrich, Mertesacker, Metzelder, Lahm – Frings, Hitzlsperger - Schweinsteiger, Ballack, Podolski – Klose
Spanien: Casillas - Sergio Ramos, Puyol, Marchena, Capdevila - Marcos Senna - Iniesta, Xavi , Silva – Guiza, Fernando Torres [...mehr]






