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Bratseth-Kritik an RB-Clubs würzt Leipzig-Spiel

Trondheim – Einen warmen Empfang darf RB Leipzig im ohnehin kalten Trondheim kaum erwarten. Mit eisigen Worten bedachte Rune Bratseth, Manager und Vorstandsmitglied von Rekordmeister Rosenborg, vor der Europa-League-Partie am Donnerstag (18.55 Uhr) die pikante Konstellation in Gruppe B mit zwei von Red Bull alimentierten Clubs.

«Als ich die beiden Vereine mit RB vorne in unserer Gruppe gesehen habe, musste ich natürlich denken: Ist das erlaubt? Die Leute denken nach, wenn sie gegeneinander spielen und fragen, was passiert, wenn der vorletzte Spieltag ist und vielleicht brauchen beide einen Punkt?», fragte Bratseth jüngst in einem WDR-Interview.

Ralf Rangnick hat da ganz andere Sorgen. Immerhin muss er kurzfristig auf Mittelfeldspieler Kevin Kampl und Spielmacher Emil Forsberg verzichten. Beide traten die Reise gar nicht erst mit an. «Kevin ist erkältet, da hätte es keinen Sinn gemacht. Gott sei dank hat er kein Fieber. Emil hat noch leichte Adduktorenprobleme, dürfte zum nächsten Spiel aber wieder fit sein», sagte Rangnick. Dafür hat er den zuletzt pausierenden Lukas Klostermann wieder dabei.

Rangnick will sich beim 25-fachen norwegischen Meister nicht überraschen lassen. «Wir haben Trondheim intensiv beobachtet, es ist eine Mannschaft, die stark vom spielerischen Ansatz kommt. Sie versuchen immer über das Fußballerische zu kommen, für hiesige Verhältnisse ist es eine spielstarke Mannschaft», betonte Rangnick, der vor allem in der Defensive sicher stehen will und dann auf das schnelle RB-Umschaltspiel setzt. In Sachen Aufstellung wollte sich Rangnick nicht in die Karten schauen lassen.

Laut Yussuf Poulsen ist die RB-Marschroute klar: «Wir wissen, dass wir das erste Gruppenspiel verloren haben, aber wir kommen mit viel Selbstbewusstsein nach Trondheim und wollen den Sieg.»

Für andere Sachen wie die Kritik von Bratseth ist kein Platz. Der frühere Bundesliga-Profi, einst bei Werder Bremen von Trainer Otto Rehhagel für seine menschlichen Stärken und Fairness gepriesen, machte vor der Begegnung mit dem Leipziger Bundesligisten aus seinen Zweifeln keinen Hehl. Und das unabhängig vom 3:2 der Salzburger bei den Sachsen zum Gruppenauftakt. «Dass man überhaupt diesen Verdacht hat, dass da etwas passieren kann, das ist nicht gut – für die zwei Vereine», sagte der Norweger und fügte selbstsicher an: «Es ist doch ganz klar, die arbeiten zusammen, anders kann man das nicht nennen. Von diesem Zusammenhang kommt man nicht weg.» Zudem betonte er: «Wenn sie juristisch Recht haben, heißt es nicht, dass es richtig ist, moralisch. Vom Gefühl her ist es nicht gut.»

Die Regeln des europäischen Dachverbandes UEFA erlaubten es nicht, dass eine juristische oder natürliche Person Einfluss auf mehr als einen Verein haben darf. Als die RasenBallsportler die Bundesliga stürmten und auf Kurs Champions League waren, musste schnellstens gehandelt werden. Oliver Mintzlaff, einst als Head of Global Soccer sowohl für Leipzig als auch für die Österreicher im Red-Bull-Konzern verantwortlich, gab sein Konzern-Amt auf. Die Salzburger lösten sich aus der Konzern-Gesellschaft, Red Bull ist offiziell nur noch Hauptsponsor. «Alle Kriterien wurden erfüllt», sagte UEFA-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti.

Fotocredits: Jan Woitas
(dpa)

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