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3. Bundesliga: Reserveteams der Bundesligisten sind Kassengift für Traditionsvereine

Bundesligavereine als Kassengift: Die Traditionsvereine der 3. Bundesliga sind nicht erfreut, wenn Werder Bremen II, VfB Stuttgart II oder Bayern München II antreten. Der Zuschauerschnitt in der 3. Liga liegt derzeit bei 5500, kommt Werder Bremen II, sinkt er auf 3600. Spielen die Bremer Reservisten zu Hause, finden sich gerade noch 700 Unentwegte ein. Ein möglicher Ausweg: eine eigene Liga für zweite Mannschaften.

„Wir würden diese Regelung begrüßen“, sagte Lothar Schmiedel, Geschäftsführer von Erzgebirge Aue, gegenüber dem Tagesspiegel. „Wir müssen die wirtschaftliche Komponente sehen: Wenn Jena kommt und 2000 Fans mitbringt, verdienen wir allein 16.000 Euro an Eintrittsgeld. Kommt Werder Bremen II, bringen die höchstens 50 Leute mit, das macht dann 400 Euro.“

Mitte der neunziger Jahre gab es mal eine Liga für Reserveteams, doch die wurde schnell wieder aufgelöst. Nicht, weil sie beinahe unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielte. Den U23-Teams der Bundesligisten fehlte der Kampf gegen richtige Männer, um sich für die 1. Liga zu wappnen. Björn Schierenbeck, Nachwuchsmanager bei Werder Bremen, erklärte: „Spiele gegen ehemalige Profis oder erfahrene Drittligaspieler beschleunigen den Lerneffekt.“

Die Crux: Der Fußball braucht die Reserveteams, denn die Bundesligastars der Zukunft werden längst nicht mehr in Traditionsvereinen wie Union Berlin oder Fortuna Düsseldorf ausgebildet. Andererseits wäre die Liga finanziell gesünder, wenn die Reserveteams nicht mitspielten.

So bleiben die U23-Teams der Streitpunkt in der 3. Liga. In der ersten Saison waren höchstens vier Reserveteams zugelassen, in der nächsten Saison fällt diese Beschränkung weg. Und neues Ungemach droht: Derzeit liegen der 1. FC Kaiserslautern II und Eintracht Frankfurt II in ihren Regionalligen auf Aufstiegskurs.