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0:1 im Nordduell gegen Bremen: Hannover wie ein Absteiger

Hannover – Der erhoffte Neustart bei Hannover 96 hat nicht stattgefunden. Der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga verlor zum Rückrunden-Auftakt gegen Werder Bremen 0:1 (0:1) und zeigte dabei über weite Strecken erneut eine erschreckende Vorstellung.

Milot Rashica markierte in der 32. Minute den Siegtreffer für die Bremer, die nach dem siebten Saisonsieg wieder in Richtung internationale Plätze blicken dürfen. Hannover bleibt mit lediglich elf Punkten tief im Abstiegskampf.

Hannovers Trainer André Breitenreiter ließ vor 44.300 Zuschauern die im Winter verpflichteten Kevin Akpoguma und Nicolai Müller von Beginn an auflaufen. Der am Donnerstag aus Brasilien zurückgekehrte Stürmer Jonathas wurde erst nach 63 Minuten eingewechselt. Doch der von Breitenreiter vor der Partie erkannte Schritt nach vorn war nicht zu bemerken. Im Gegenteil: Hannover wirkte im 1000. Bundesligaspiel ideenlos im Spielaufbau und hilflos in der Offensive. Dazu wies die Abwehr teilweise große Lücken auf.

Die Bremer, bislang ohne Neuzugänge in der Winter-Transferperiode, schauten sich das Geschehen zehn Minuten an. Dann übernahm die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt die Kontrolle und hatte durch den früheren 96-Profi Martin Harnik (11. Minute), Nuri Sahin (22.) Kapitän Max Kruse (26.) und Rashica (27.) bereits hochkarätige Gelegenheiten zur Führung.

Hannovers Schlussmann Michael Esser bewahrte sein Team mit mehreren Glanzparaden vor einem früheren Rückstand. In der 32. Minute war allerdings auch er machtlos. Nach einem schönen Bremer Angriff über Kruse und Maximilian Eggestein parierte Esser zwar noch eine Hacken-Ablage von Harnik. Den Nachschuss musste der agile Rashica dann nur noch über die Linie 1 drücken.

Die Verunsicherung bei 96 wuchs von Sekunde zu Sekunde. Nur aufgrund der schlechten Chancenauswertung der Bremer stand es zur Pause lediglich 0:1. Auch die Zuschauer quittierten die desolate Vorstellung des Breitenreiter-Teams mit Unmut. Die Mannschaft kann offensichtlich nicht abstreifen, dass es überall im Verein Konfliktfelder gibt: Zwischen Clubchef Martin Kind und einer Oppositionsgruppe über die Zukunft des Vereins, zwischen Kind und Breitenreiter in Transferfragen – und sogar unter den Spielern in der Kabine, wie der Trainer öffentlich eingeräumt hat.

Dass 96 nach dem Seitenwechsel etwas besser wurde, lag vor allem an Neuzugang Müller. Die Leihgabe aus Frankfurt war einer der wenigen Hannoveraner, die etwas mit dem Ball anzufangen wussten. Nur 25 Sekunden nach dem Wiederanpfiff wäre Müller in aussichtsreicher Position fast an den Ball gekommen, doch die nicht sicher wirkende Bremer Defensive rettete in letzter Sekunde.

Mit der Einwechslung von Jonathas erhoffte sich Breitenreiter mehr Durchschlagskraft in der Offensive. Auch weil Werder in der zweiten Hälfte nur noch die Führung verteidigen wollte, kam 96 zu Gelegenheiten. Der gerade eingewechselte Iver Fossum lief nach schönen Zuspiel von Walace allein auf das Werder-Tor, doch der Norweger kam ins Stolpern und scheiterte an Bremens Schlussmann Jiri Pavlenka. Mehr kam von 96 in der Schlussphase allerdings nicht.

Fotocredits: Swen Pförtner
(dpa)

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